Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Alarm! Totalitäre Netz-Gigantomonster!

Attacke der Netz-Giganten -- Googles Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht ist ein Angriff auf die Grundrechte: Es geht um die informationelle Enteignung des Menschen im Namen einer totalitären Wachstumsstrategie

Kommentar (gallehaltig)

Aha. Mit einer Leistung, die sich nicht mehr verkauft, Geld zu verdienen, ist ein Grundrecht. Wenn jemand anders eine Leistung anbietet, die viele potenzielle Kunden attraktiver finden, ist das hingegen eine Enteignung. Das mit der Marktwirtschaft und dem Wettbewerb war nur so lange gut, wie das eigene Geschäft gut lief und wie es gegen die pösen und selbstverständlich immer als totalitär bezeichneten Kommunisten ging, und jetzt ist auf einmal diese Marktwirtschaft und dieser Wettbewerb nicht mehr ein großer Fortschrittsbringer, sondern führt zu totalitären Wachstumsstrategien irgendwelcher attackierenden Giganten…

Ich habe nur selten so einen vorsätzlich massenverblödenden Bullshit von Unternehmen gelesen, die…

  1. …durch klandestine Lobbyarbeit dafür gesorgt haben, dass nach anderthalb Jahrzehnten des Scheiterns ihrer Geschäftsideen im Internet ihre Partikularinteressen zur Rechtsnorm für alle Menschen werden sollen und nun auf eine offene Kampagne Googles reagieren, einer Unternehmung, die natürlich ihre eigenen Interessen zu wahren versucht; die
  2. …mit aufwändiger, professioneller Google-Spam SEO-Manipulation selbst dafür sorgen, dass sie in den Suchergebnissen weit vorne stehen; die
  3. …die Lüge — dieses Wort meint eine bewusst ausgesprochene Unwahrheit, und es ist genau so gemeint — verbreiten, dass Google an seinem News-Aggregator Geld durch eingeblendete Werbung verdiene; und die
  4. …so tun, als ob sie nicht wüssten, was die Bedeutung einer Datei namens robots.txt ist, obwohl solche Grundkenntnisse das tägliche Brot jedes Menschen und jeder Unternehmung sind, die im Internet auftreten und stattdessen über eine ihrer Frontfressen die Indizierung und Verlinkung in Suchmaschinen als eine Straftat verunglimpfen.

Falls trotz solch plumper Propaganda noch jemand glaubt, dass ein gütliches Miteinander zwischen Contentindustrie und den Nutzern und Gestaltern des deutschsprachigen Internet möglich ist, kann ich leider auch nicht mehr helfen. Ich habe diesen Glauben schon längst verloren und… ehrlich gesagt… freue mich — trotz der dann erforderlichen Stilllegung einiger Projekte, in welche auch Herzblut von mir geflossen ist — auf den Tag, an dem das „Leistungsschutzrecht“ zu geltendem Recht in der BRD gemacht wird. Denn das ist der Tag, an dem die Presse bemerken wird, dass der Hund mit dem Schwanz wedelt und nicht umgekehrt. Google braucht die Websites der deutschen Presse jedenfalls nicht, um einen nützlichen Dienst für die Menschen in Deutschland anzubieten. Und nach anderthalb Jahrzehnten, in denen die deutsche Presse es nach eigenen Angaben nicht geschafft hat, ein tragfähiges Geschäftsmodell für das Internet zu finden, gilt nur noch: Vor dem Aussterben ist das Ansterben gesetzt.

In diesem Sinne: Geht sterben! Je schneller, desto besser. Die Quälerei eurer letzten Zuckungen anschauen zu müssen, wird für mich immer mehr zu einem Genuss.

Frieden gibt es nämlich nur dort, wo Frieden möglich ist, weil er von allen Beteiligten als ein Wert betrachtet wird.

Quelle des Screenshots: Website eines Verlagsangebotes

4 Antworten

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