Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Autor-Archiv

Rohstoff

Daten sind der Rohstoff der Zukunft

Dr. Angela Merkel, CDU, amtierende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland zur „argumentativen“ Untermauerung ihrer Forderung nach einem weiteren Abbau von Datenschutzstandards

Kurzkommentar

Manchmal wird die Propaganda am deutlichsten entlarvt, wenn man ein Wort durch ein anderes austauscht.

Nehmen wir hier einmal anstelle des abstakten und damit schwer erfühlbaren Begriffes „Daten“ — dahinter verbergen sich von Wirtschaftsunternehmen akkumulierte und leicht durch Rechenverfahren auswertbare Informationen über Interessen, Bewegungsprofile, Wünsche, Gesundheitszustände, Bekanntschaften, Gewohnheiten, Zeiteinteilung und persönlicher Lebensgestaltung von Menschen — ein Wort, das weniger abstrakt ist, und dabei vergleichbar weit in die Privat- und Intimsphäre von Menschen hineinragt wie das nicht direkt erfühlbare Wort „Daten“.

Wenn Frau Dr. Angela Merkel etwa gesagt hätte: „Nacktfotografien sind der Rohstoff der Zukunft“ und diese Worte mit der von Wirtschaftslobbyisten vorangebrachten Forderung verbunden hätte, dass Menschen sich in allen möglichen Situationen freiwillig und unfreiwillig nackt fotografieren lassen sollen, damit sich dieses Fotomaterial zunehmend unreglementiert in den Fotoalben einer industriellen Nacktfotoverwertung ansammelt, dann wäre das unmittelbar menschenverachtende, jede Idee einer Würde, die mehr als eine Sonntagsrede wert ist, mit Füßen Tretende in diesen Worten wohl für jeden Menschen und jede Menschin klar geworden.

Wer das Leben von Menschen und alle damit verbundenen, auswertbaren Spuren zum „Rohstoff“ erklärt, will keine Menschen, sondern Sklaven.

Wer Mensch bleiben will und kein Interesse an einem Sklavendasein hat, wird diese Worte — die keine zufällige Entgleisung, sondern eine von dafür bezahlten Schreibern wohlgesetzte, politische Pläne vorbereitende Rede sind — als eine Empfehlung verstehen, welche politische Partei auf gar keinen Fall gewählt werden darf: Die Partei, in der Politikerinnen mit einem derartigen Menschenbild groß und einflussreich werden können, ja, in der solche Verfassungsbrechmittel sogar die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesrepublik Deutschland und einen enormen Einfluss auf die Politik der Europäischen Union übertragen bekommen.

Nachtrag

Nur ein Screenshot von der zugehörigen Webseite der CDU mit der schönen „Begründung“ für die menschenverachtenden Worte der Frau Bundeskanzlerin unterhalb des Textes „Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit… damit auch jedem klar wird, wessen Interessen in Korruptistan vertreten werden.


„Parship“ ist vor Hackern geschützt

Die Welt: Könnten Hacker ähnlich wie beim Seitensprung-Portal Ashley Madison auch bei Parship das System knacken und Kundendaten öffentlich machen?

Schiffers: Nein, so etwas kann bei Parship nicht passieren. Wir arbeiten mit sieben Sicherheitsstufen und lassen uns regelmäßig vom TÜV prüfen. Außerdem stehen unsere Server auf deutschem Boden.

Tim Schiffers, Chef von Parship, im Interview mit der springerschen Welt

Fühlt euch geschützt, ihr Nutzer!
Achtung, die folgende Bewertung kann Sarkasmus enthalten, weil ich anders nicht mit der Dummheit klarkomme.

  1. Die Server stehen auf deutschem Boden, deshalb kann kein Hack passieren. Ja, das wird ernsthaft behauptet. So wie… sagen wir mal… bei Immobilienscout24 der Scout24 Holding GmbH, damals eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Dieser sich kompetenzfrei in seinem Reklamelügenstreben um Kopf und Kragen redende Tim Schiffers will allen Ernstes die Menschen glauben machen, der geographische Standort eines mit dem Internet verbundenen Computers sei ein Schutz gegen „Hacker“. Zur Desillusionierung derer, die so einen offenbaren Bullshit auch nur ein bisschen zu glauben bereit sind, hier nur ein paar Links: klick, klick, klick… ach, sucht mal selbst weiter! Hackers hack, and they do not respect the borders people have drawn on maps long ago.
  2. Auch die Leute glauben zu machen, dass eine Untersuchung durch den TÜV vor Hacks schütze, ist ziemlich verlogen und/oder kompetenzfrei von Herrn Schiffers. Ein TÜV-Siegel haben unter anderem die folgenden schweren Sicherheitsrisiken und üblen Datenschleudern erhalten: Internet-Explorer 8 (hier nur eines seiner damaligen Probleme, falls es vergessen wurde), Click and Buy, das geprüfte und TÜV-zertifizierte Zahlungssystem PayPal, SchülerVZ, der Libri-Shop mit vom TÜV SÜD zertifizierten „s@fer shopping“… ach, sucht mal selbst weiter.
  3. Dann bleiben da nur noch die ominösen „sieben Sicherheitsstufen“ als Zusage. Ohne jede weitere Erläuterung. Ob es sich um ein Serverhoroskop handelt, das die Hackwahrscheinlichkeit anhand der Mondstellung im Tierkreis beurteilt oder um ernstzunehmende Maßnahmen, wird keiner weiteren Erläuterung für würdig befunden. Ihr müsst also einfach glauben, dass es sicher ist und das kein Hack passieren kann — und schön euer Geld an Parship und damit mittelbar auch an einen Tim Schiffers geben, der auch schon Menschen mit der ganzen Bandbreite des Esoterik-Schwindels — Horoskope, Kartenlegen, Bullshit — abgezockt hat. Vermutlich kommt aus der Zeit noch die Zuneigung zur „kosmischen“ Zahl sieben…

Für die vielen Menschen, die auf die aufdringliche TV-Reklame von „Parship“ reingefallen sind und dort ihr Geld hingeben, um einen Partner zu finden, kann ich nur hoffen, dass kein Hacker diese Ansage von Tim Schiffer als Herausforderung versteht, mal dem System auf den Zahn zu fühlen — sonst steht am Ende nur ein weiterer Eintrag in einer langen Liste, und bei den Parship-Kunden das Bewusstsein, dass sehr weit in ihre Privat- und Intimsphäre hineinreichende Daten unter Kriminellen zirkulieren.

Ach ja, es platscht mal wieder.


DDR

Überschrift im Feuilleton der FAZ: Das Internet ist die DDR von heute

Und ich dachte immer, YouTube über einen Proxyserver zu schauen, um etwas anderes als Sperrtafeln und Sperrtafeln zu sehen, sei das Westfernsehen von heute…


Vom Herhalten

Wofür die Pressefreiheit heutzutage alles herhalten muss. Ups.

Jens Koeppen (CDU), Vorsitzender des Ausschusses „Digitale Agenda“ im Deutschen Bundestage zu den aufgenommenen Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft wegen Landesverrats gegen das Blog netzpolitik.org.

Kurzkommentar

Ich grautliere dem Herrn Abgeordneten und Fraktionsdigitalexperten, dass er die „Pressefreiheit“ ausschließlich für Medien haben will, die auf Papier gedruckt werden… was übrigens eines mit Sicherheit aussterbende Publikationsform ist. Selten sagt ein Mitglied der classe politique so offen und unverblümt, dass er Schutzrechte von Menschen gegenüber dem Staat mittelfristig ersatzlos abzuschaffen gedenkt.

Von der Wahl derartig offen auftretender Verfassungsfeinde in irgendwelche Ämter rate ich allerdings strikt ab.


Absichtserklärungen aus Alzheim

Die CDU will allen Bürgern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang verschaffen. Sie strebt an, dass es in Deutschland „bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde“ gibt […] Jeder solle „an den Chancen der Informationsgesellschaft teilhaben“ können, schreibt die Kommission demnach. Unternehmen müssten „überall in Deutschland über schnelles Internet verfügen“. Die CDU werde „einen Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang einführen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten“. Der Rechtsanspruch soll innerhalb der nächsten beiden Jahre kommen.

Die Programmkommission der CDU, indirekt zitiert nach Heise Online, „Breitband-Internet: CDU will bis 2018 überall mindestens 50 MBit/s“

Anstelle eines Kommentares

Anstelle eines Kommentares gibt es hier ein paar Zitätchen aus dem Dokument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Innovationspolitik, Informationsgesellschaft, Telekommunikation: Breitbandstrategie der Bundesregierung aus dem Februar 2009 [Lokale Kopie des Dokumentes]. Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre:

  • „Bis spätestens Ende 2010 sollen flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar sein“ (Seite 5)
  • „Bis 2014 sollen bereits für 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen mit dem Ziel, solche hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse möglichst bald flächendeckend verfügbar zu haben“ (Seite 5)
  • „Der Aufbau von Hochleistungsnetzen und die Anbindung abgelegener Gegenden an das Breitbandinternet kann umso schneller erfolgen, je effizienter bestehende Infrastrukturen mitgenutzt werden. Solche werden von öffentlicher Seite von Bundes- und Landesbehörden sowie den Kommunen vorgehalten. Zusätzlich besitzen Unternehmen der Strom- und Energieversorgung sowie aus dem Telekommunikationsbereich eine Vielzahl passiver (z. B. Leerrohre, Funktürme) und aktiver Infrastrukturen (Glasfaser), die auf freiwilliger Basis beim Aufbau von Netzen mitgenutzt werden können“ (Seite 10)
  • „Um die Baukosten für Breitbanderschließungsarbeiten deutlich zu verringern, sollten Telekommunikationsunternehmen verstärkt die Möglichkeit nutzen können, im Rahmen ohnehin beabsichtigter Straßenbaumaßnahmen ihre Infrastrukturen mitzuverlegen“ (Seite 11)
  • „Wenn sich im Markt Koordinationsmängel zeigen, müssen punktuelle Interventionen der öffentlichen Hand hinzukommen“ (Seite 12)
  • „Es ist wichtig, dass jetzt der Aufbau von Hochleistungsnetzen initiiert wird. Soweit dafür finanzielle Impulse erforderlich sind, sind hierfür öffentliche Mittel bereit zu stellen“ (Seite 17)
  • „Die Breitbandstrategie enthält einen komplexen Maßnahmenplan, der Schritt für Schritt umgesetzt werden muss. Um eine Nachhaltigkeit der Breitbandstrategie sicherzustellen, ist eine sorgfältige Dokumentation der verwirklichten Maßnahmen erforderlich“ (Seite 22)

Der hier teilweise zitierte Text ist übrigens eine Veröffentlichung der damaligen Bundesregierung unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre im Amte war. Die durch diverse Medien der Contentindustrie (etwa Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Die Welt) vor das Auge und damit ins Bewusstsein der Wahlberechtigten getragene, völlig unverbindliche Heißluft, die ich eingangs zitiert habe, ist hingegen Bestandteil des gegenwärtig in Ausarbeitung befindlichen Programmes der CDU für den kommenden Bundestagswahlkampf. Wer nicht oder noch nicht weiß, welche „Bedeutung“ ein Wahlprogramm für die nach der Ermächtigung von Parteienvertretern durch eine Wahl gepflegte politische Praxis in der Bundesrepublik Deutschland hat, findet hier eine satirische und kindgerechte Erklärung. Wer trotz dieses kleinen Rückblickes glaubt, dass es jetzt wenigstens bis 2018 gelingen könnte, auch nur die größeren Städte in der Bundesrepublik Deutschland mit 50 MBit/s-Internet zu versorgen, möge doch sich doch bitte von seinem Arzt etwas gegen Dummheit und Leichtgläubigkeit verschreiben lassen.

Wer ein wenig Verstand hat, wird sich hoffentlich von dieser offenen Intelligenzverachtung der CDU-Programmkommission aus Alzheim so weit beeinflussen lassen, dass er genau weiß, was er nicht wählen sollte.


Freiwilliger Verzicht

Tweet von @reinholdgall vom 20. Juni 2015, 22:00 Uhr: Ich verzichte gern auf vermeintliche Freiheitsrechte wenn wir einen Kinderschänder überführen.

Reinhold Gall, SPD, Innenminister des Landes Baden-Württemberg

Kurzkommentar

Nun, Herr Gall, ich habe auch gar nichts dagegen, wenn sie verzichten. Dass sie allerdings alle Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zum Verzicht zwingen wollen, Herr Gall, und dabei in satanisch anmutender Rabulistik von ihrem Verzicht sprechen, obwohl sich die classe politique der BRD ihre unüberwachten Räume geschaffen hat, das ist verlogen, widerwärtig und intelligenzverachtend. Es lässt in mir die Frage hochkommen, ob ich sie nicht einfach erschießen sollte, um diese Tat anschließend mit den Worten „Ich bin bereit mich erschießen zu lassen“ zu kommentieren.

Ach ja, das Recht auf unüberwachte, unbeschädigte Kommunikation zwischen Menschen ist ein Freiheitsrecht und kein — wie sie es so schön sagen — „vermeintliches Freiheitsrecht“. Aber solche Verzerrungen der Wirklichkeit kenne ich ja schon leidlich von Innenpolitikern aller Parteien.

So viel ist sicher: Sie wären mit ihrer Einstellung und ihrer menschenverachtenden Rabulistik auch in der DDR oder im Dritten Reich etwas geworden, Herr Gall.

Nachtrag, 23. Juni, 0:45 Uhr

Der Fairness halber sei der offenherzig auftretende Verfassungsfeind werte Herr Innenminister hier noch einmal zitiert, damit er auch ja nicht falsch verstanden werde:

Sorry,…wollte sagen, dass die VDS nur ein „vermeintlicher“ neuer Eingriff in Freiheitsrechte ist. Telekom & Co dürfen ja schon speichern

Reinhold Gall, SPD, auf Twitter


Offener Brief an alle Bundestagsabgeordneten

Werte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete,

ich möchte mich kurz fassen, auf jede komplizierte technische Darlegung verzichten und ihnen nur eine einzige, ganz kurze und sehr einfache Frage stellen: Wie fühlt man sich, wenn man ausgespäht wurde uund wird und kaum noch eine Vorstellung davon hat, wie weit das ins eigene Leben und in alle Tätigkeiten hineinreicht?

Genau das, werte Damen und Herren Abgeordnete, was sie da fühlen, ist das, was sie jedem Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zumuten wollen. Es ist übrigens auch das, was sie den Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika erlaubt haben, denn sie als Bundestagsabgeordneter sind das Kontrollorgan über eine Regierung, die so handelt.

Ich finde das übrigens kalt, menschenverachtend, widerlich.

Aber vielleicht denken sie ja jetzt noch einmal darüber nach.

Mit gezwungen-wirkend freundlichem Gruß
Der Nachtwächter


Total verstrahltes Atominternet

Das Internet ist Realität und anderes als bei der Atomkraft gibt es keinen Ausstieg aus dieser Technik mehr

Hans-Georg Maaßen, Präsident des BRD-Inlandsgeheimdienstes „Bundesamt für Verfassungsschutz“

Ganz kurz nur (satirehaltig)

Dafür, dass es aus dieser Technik keinen Ausstieg mehr gibt, entstehen zum Ausgleich beim Betrieb dieses Internets auch keine schwierig zu lagernden, weit über jedes historische Maß von Zeit hinaus hoch problematischen Abfälle wie bei der Atomkraft. Die einzigen Abfälle im Zusammenhang mit dem Internet, die zurzeit zur Vermeidung größerer Schäden für die gesamte Bevölkerung der BRD umgehend, schnell und sicher endgelagert werden müssten, sind einige zehntausend total verstrahlte, verbeamtete Großkopferte aus der BRD-Staatsverwaltung und den BRD-Geheimdiensten sowie einige Taugenichtse von Berufspolitikern, die innerhalb der demokratorischen Parteibetriebe in viel zu angesehene und mit Machtfülle ausgestattete Positionen gelangt sind. Da dieser Politmüll im Gegensatz zum so genannten „Atommüll“ eine erfreulich geringe Halbwertzeit hat, kommt es schon in weniger als siebzig Jahren zu einer vollständigen biologischen Lösung des Politmüllproblems, so dass die Politmüll-Endlagerung vergleichsweise preiswert zu haben ist. Angesichts des gedankenkontaminösen Charakters dieser völlig verstrahlten Beamten und Politiker ist jedoch für eine vollständige Isolation Sorge zu tragen, etwa in einem unterirdischen Realpolitik-Erlebnisendlagerpark mit mindestens fünf Meter dicken Betonwänden. Tonbandaufnahmen der dort gehaltenen Reden können über das Internet gestreamt werden, so dass sie weiterhin Satirikern und Psychiatern zur Verfügung stehen.

Ach ja, da hats geplatscht

Danke, Detlef Borchers, für die Formulierung „Ein bizarres Referat hielt schließlich Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen“!


Deutschland kann das!

Das folgende Plakat ist keine Satire. Ehrlich nicht.

Plakat der Bundesregierung -- Gut vernetzt. Mit Sicherheit. Deutschland kann das. -- Gute Internetverbindungen sind heute genau so wichtig wie eine zuverlässige Strom- und Wasserversorgung. Und auch für das digitale Netz gilt: Es muss so sicher wie möglich sein. Die DIGITALE AGENDA der Bundesregierung legt auf die IT-Sicherheit großen Wert. Künftig müssen deutsche Internetanbieter ihre Kunden warnen, wenn ihr Anschluss missbraucht wird - und empfehlen, was dagegen zu tun ist. Alle Krankenhäuse, Banken, Energie- und Wasserversorger werden gesetzlich verpflichtet, sich vor Cyberangriffen zu schützen. www.digitale-agenda.de

Quelle des Bildes vom Plakat der Bundesregierung: Designtagebuch

Angesichts der Tatsache, dass die informationstechnische Infrastruktur des Deutschen Bundestages gerade wegen eines „Cyberangriffes“ zusammenbricht, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch Verwendung eines elementaren Sicherheits-Browser-Addons wie NoScript zu verhindern gewesen wäre, hat sich die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für diese prächtige, zwerchfellerschöpfende Realsatire eine platschende Ankunft im Aquarium verdient.


Wenn du mal angeklagt bist: Einfach nicht mithelfen!

Tweet von @EinAugenschmaus -- Generalbundesanwalt #Range stellt Ermittlungen zu #merkelphone ein, weil ACHTUNG: Die USA nicht mitgeholfen haben bei Aufklärung! HAHAHAHA.

Ohne weitere Worte. [Meldung bei Spiegel Online, Dauerhaft archivierte Version der Meldung]

(Wie kriege ich jemals wieder diesen Bananengeschmack aus meinem Mund?)


Mehr Fahrspuren!

Wir brauchen zwölfspurige Datenautobahnen

Günther Hermann Oettinger, CDU, amtierender EU-Kommissar für Digitalwirtschaft

Platsch!


Offener Brief an Angela Merkel

Es kann nicht sein, dass Bürger bereit sind, alle möglichen persönliche [sic!] Daten bereitwillig an Unternehmen zu übergeben, jedoch dem Staat, der die Terrorbekämpfung verfolgt, diese Daten nicht zur Verfügung stellen möchten

Dr. Angela Merkel (CDU), amtierende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Offener Brief an Angela Merkel

Werte Frau Merkel,

ist ihnen die Bedeutung der Grundrechte aus dem Grundgesetz für die Bundesrepubik Deutschland überhaupt bekannt? Falls dies nicht der Fall sein sollte — das wäre übrigens auch eine gute Erklärung für die Politik der von ihnen, Frau Merkel, geführten Regierung, die so regelmäßig vom Bundesverfassungsgericht korrigiert werden muss — bringe ich ihnen diese Bedeutung gern noch einmal ins Bewusstsein: Es handelt sich um Schutzrechte der Menschen gegenüber dem Staat, also um eine Beschränkung der staatlichen Gewalt, die gegen einen Menschen innerhalb des Staates legalerweise angewendet werden darf.

Es ist mir als Menschen durchaus erlaubt, persönlichste und privateste Dinge von mir beliebig preiszugeben, meine eigenen Briefe öffentlich zu verlesen, Aufnahmen meiner Stimme aus Telefonaten ins Internet zu streamen und sogar — trotz des Rechts auf körperliche Unversehrtheit — erhebliche Gefahren einzugehen und mir selbst Schaden zuzufügen, zum Beispiel, indem ich CDU wähle. Fragen sie mal ihren Kollegen, den Herrn Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble, nach der eingenommenen Branntweinsteuer und Tabaksteuer, damit ihnen das ein bisschen klarer wird!

Die Grundrechte sind davon unbeeinträchtigt.

Was sie in ihrer verklausulierten und bösartig demagogischen Bemerkung auf dem Evangelischen Kirchentag eingefordert haben, ist eine Einschränkung oder gar Aufhebung der im Grundgesetze garantierten Schutzrechte der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Menschen gegenüber dem Staate. Wohin eine derartige, von ihnen offen eingeforderte Verneinung dieser Schutzrechte letztendlich führt, können sie der Geschichte des Deutschen Reiches und der Deutschen Demokratischen Republik entnehmen.

Sie, Frau Bundeskanzlerin, haben mit ihrer auf dem Kirchentag offen geäußerten Sehnsucht nach einem „Ermächtigungsgesetz“, das die provisorische Verfassung der Bundesrepublik Deutschland teilweise außer Kraft setzt, noch offener als in der Vergangenheit eingestanden, dass sie eine Verfassungsfeindin sind.

Meiner Auffassung nach, die übrigens in Artikel 18 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bestätigt wird, haben sie sich damit für das von ihnen ausgeübte politische Amt disqualifiziert.

Treten sie zurück, Frau Merkel!

Wenn ihnen das Rechtsgefüge der Bundesrepublik Deutschland nicht gefällt, werden sie gewiss in einem Staat, der sich weniger Beschränkungen auferlegt hat, Asyl finden.

Mit freiheitlichen Grüßen
Der Nachtwächter


Die Kinder! Zensiert das Internet durch!

Screenshot Focus Online mit der Schlagzeile: 'Suizid, Ritzen, Hungern: So gefährlich sind Kinderseiten im Internet'

Ohne Worte.


Alarm! 2023 ist das Internet weg!

Experten sind überzeugt, dass in acht Jahren das Netz zusammenbricht. Laut Andrew Ellis, einem Forscher von der Aston University in Birmingham, sind steigende Nutzerzahlen und große Datenmengen die Ursache. In nur acht Jahren soll das Internet durch die irrsinnigen Datenmengen komplett überlastet sein.

Focus Online — Zu große Datenmengen: Experte kündigt Kollaps an: 2023 bricht das Internet zusammen

Hierzu nur ganz kurz angemerkt

Die vom Focus seinen dumm gehaltenen Lesern¹ mit lautem Alarmtröten vorgetragene, auf einer statistischen Betrachtung des Datendurchsatzes basierende Hochrechnung eines sonderkompetenten Spezialexperten, dass in acht Jahren das Internet vollständig und unabwendbar zusammenbrichen wird, weil der Strombedarf für die Netzwerkinfrastruktur dann die Resourcen der Erde überschritten haben wird, erinnert in ihrer „wissenschaftlichen“ Methodik stark daran, dass im Jahr 1910 London vollständig im Pferdemist versunken gehabt worden sein sollte. [Und diese dadaistisch konstruierte „Zeitform“ ist so ungrammatisch, dass man mir meinen Unernst hoffentlich anmerkt.]

Wie wir alle wissen, kam es in London anders, und zwar wegen technischer Fortschritte und gesellschaftlicher Entwicklungen. Ich persönlich würde keine Vorhersage der technischen Entwicklung (und der Entdeckung neuer Algorithmen aller Art) der Informations- und Digitaltechnik in den nächsten acht Jahren wagen — bis auf die eine und überaus triviale Prognose, dass es in den nächsten acht Jahren ganz sicher zu weiterer technischer Entwicklung und zur Entdeckung neuer Algorithmen mit teilweise tiefgreifender Wirkung auf das gesamte Internet kommen wird. Wer sich die Zeit bis zum Ablauf dieser acht Jahre ein bisschen überbrücken möchte, beschäftige sich einfach mit früheren Prognosen der Weiterentwicklung der Informationstechnik (aber bitte vorher alle Flüssigkeiten aus dem Mund entfernen, sonst gibts eine große Sauerei).

¹Dumm halten: Dies geschieht, indem alarmistische FUD-Schlagzeilen in Kombination mit einen Verzicht auf jegliche brauchbare Information ins Redaktionssystem verklappt werden — eine von Focus Online und Bildzeitung her gewohnte Methode, die leider eine ungute Strahlkraft in den gesamten Journalismus hinein entfaltet und verheerend auf die rationalen Anteile der Meinungsbildung einwirkt.


Selbst schuld, wer nicht verschlüsselt!

Schindler versuchte zu beschwichtigen: Die meisten europäischen Behörden und auch fast alle Diplomaten aus der EU würden nicht über offene E-Mails kommunizierten. Schon Verbindungen über ein sogenanntes „Virtual Private Network“ (VPN) würden zudem ein Abfangen von Mails durch den BND verhindern

Gerhard Schindler, Präsident des BRD-Geheimdienstes „Bundesnachrichtendienst“, indirekt zitiert in Spiegel Online — „Spionageaffäre: BND kann Daten-Weitergabe an NSA nicht rekonstruieren (Hier eine dauerhaft archivierte Version des Artikels)

Ganz kurz nur

Ich erspare mir die ausführliche Anmerkung und weise nur ganz kurz darauf hin, dass die vom Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland garantierten Grundrechte wie das Postgeheimnis und das Fernmeldegeheimnis auch dann Gültigkeit haben, wenn man seine Briefe nicht mit Zaubertinte verfasst und wenn man seine Telefonate nicht in einer privaten Kunstsprache führt. Herr Gerhard Schindler offenbart in seiner Einlassung ein Rechtsverständnis, das Geist und Buchstaben des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland entgegengesetzt ist, er bekennt sich mit seinen Worten offen als jemand, der aktiv daran mitarbeitet, dass die Gültigkeit dieser provisorischen Verfassung aufgehoben wird.

Gerhard Schindler, Obermacker des Auslandsgeheimdienstes der BRD, ist ein bekennender Gegner der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Darüber hinaus hat er sich nach §99, Abs. 2, Punkt 1 des Strafgesetzbuches mindestens ein Jahr „Urlaub“ im Gefängnis verdient, wenn die Idee des Rechtsstaates in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt noch eine Bedeutung hat.

Ich befürchte allerdings folgendes: Weder der bekennende Verfassungsfeind und Auslandsagent Gerhard Schindler noch eine jener Gestalten aus der Classe politique, die diese fragwürdige Gestalt in Amt und Würden gebracht haben, wird in irgendeiner Weise zur Verantwortung gezogen werden. Es ist in der BRD ja auch niemand für den kriminell eingesetzten, verfassungsfeindlichen Staatstrojaner zur Verantwortung gezogen worden, sondern die „Affäre“ — was für ein Wort für klandestin durchgeführte Staatskriminalität! — wurde schön wieder vergessen.

Ja, ich möchte fast sagen: Die Deutschen hat an der DDR doch so richtig nur gestört, dass es dort keine Bananen gab, mit den anderen Dingen hatten sie weniger Probleme. Und in der BRD, in der es so viele Bananen gibt, dass man den Geschmack gar nicht mehr aus dem Mund bekommen kann, stört sich niemand an Totalüberwachung durch freidrehende Geheimdienste im Rechtsfreien Raum.


Linke Netzpropaganda

Erleichtert zeigte sich auch der Vize-Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, dass die Argumente der Sammelbefürworter bei Maas augenscheinlich verfangen hätten. „Die linke Netzpropaganda wird sich nun wieder echauffieren und das Ende des Abendlandes heraufbeschwören“, prophezeite der Strafverfolger. Der BDK sei jedoch froh darüber, dass dank der „Minimalstlösung“ Ermittlungen in bestimmten Bereichen „nun überhaupt erst wieder möglich werden“.

André Schulz, Vizevorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, indirekt zitiert nach Heise Online — Telekom und Polizei für neue Vorratsdatenspeicherung

Kommentar

So so, Vorratsdatenspeicherung macht also Ermittlungen erst möglich. Wir alle dürfen uns jetzt fragen, wieso die Polizei in der BRD jetzt seit so vielen Jahren immer wieder ermitteln konnte — zuweilen sogar erfolgreich — obwohl es folgende Dinge nicht gab:

  1. Vorratsspeicherung von Post-Verbindungsdaten
    Wer hat wann wem einen Brief geschrieben und/oder Paket gesendet?
  2. Vorratsspeicherung von Straßen-Verbindungsdaten
    Wer hat wann welche Teile des Straßennetzes in der BRD verwendet?
  3. Vorratsspeicherung der ÖPNV-Verbindungsdaten
    Wer ist wann wo in welchen Bus, in welche Straßenbahn, in welchen Zug eingestiegen und wann und wo wieder ausgestiegen?

Wenn schon Ermittlungen unmöglich werden, weil es keine vollständige, anlasslose und mechanische Überwachung des Kommunikationsverhaltens aller Menschen in der BRD gibt, stellt sich doch erst recht die Frage, wie überhaupt jemals etwas ermittelt werden konnte, wenn nicht einmal die Verabredung zu Taten, die Zustellung von Tatplänen und Tatwaffen und die Bewegung der Täter zu den Tatorten für die Polizeien bequem in einer großen Datenbank recherchierbar war.

Es ist also nur ein ganz kurzer Denkvorgang, der erforderlich ist, um das vorsätzlich verdummende und angstauslösende Gerede des Herrn Schulz als das zu entlarven, was es ist: Als eine die Intelligenz der Zuhörer offen verachtende Propagandalüge. Da es sich um den Vizepräsidenten eines Interessenverbandes der Polizei handelt, ist er auch nicht fachfremd und hat für sich nicht die Entschuldigung der Unkenntnis, sondern er lügt unverschämt und im völligen Bewusstsein seiner Lüge. Die Interessen, die er mit dieser völlig bewussten Lüge vorantreiben will, verstoßen gegen die Buchstaben der Erklärung der Menschenrechte, gegen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und gegen in ihrem Wortlaut recht eindeutige Urteile des Bundesverfassungsgerichtes und des Europäischen Gerichtshofes.

Kurz: Es handelt sich bei André Schulz, dem Vizevorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, um einen offen auftretenden und in seiner zielstrebigen Agitation hochgefährlichen Gegner der gegenwärtigen Verfasstheit des Bundesrepublik Deutschland (also um einen Verfassungsfeind); um einen Menschen, der den gegenwärtigen Staat beseitigen will, um ihn durch ein autoritäres Staatsgebilde zu ersetzen, in dem die innerhalb dieses Gebildes lebenden Menschen keinerlei Schutzrechte gegenüber Institutionen des Staates haben.

Meiner Meinung nach ist ein Mensch, der mit dermaßen hoher krimineller Energie solche Ziele verfolgt wie Herr André Schulz, Vizepräsident des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, für den Polizeidienst nicht geeignet. Dass ein dergestalt vorgehender Mensch innerhalb einer Interessenvertretung der Polizei zu nennenswertem Einfluss kommen kann, wirft desweiteren ein alarmierendes Licht auf die geringe Achtung des Rechts in den Polizeien der BRD.

Wenn die BRD ein Rechtsstaat wäre, hätte das Konsequenzen.


Des Herrn Innenministers Geschwätz von gestern

Zwei Schlagzeilen aus Heise Online.

Zunächst vom 11. Januar 2015:

Pistorius: Forderung nach Vorratsdatenspeicherung ermüdend

Und nun vom 11. April 2015:

SPD-Landesminister Pistorius fordert Vorratsdatenspeicherung

Ohne Worte.


Nach Qualitätsjournalisten: Jetzt auch Qualitätsapotheker

Außenwerbung im Schaufenster einer Apotheke: Ein Mann hat ein Paket voller Medikamente ausgepackt und offenbar einen Löffel einer Zubereitung genommen, auf seinem Kopf ploppen lauter rote Pickel auf. Dazu der vorsätzlich angstausbreitende Text: Wer schützt sie vor den Wechselwirkungen Ihrer Internetbestellung? -- Gesundes Wissen. Apotheke -- Erste Wahl für Ihr Wohl: Ihre Apotheke vor Ort!

Eigentlich braucht es ja keinen Kommentar mehr, aber…

Wir lernen: Wenn man industriell hergestellte Arzneien von industrieller Qualität bei einem (natürlich nicht verbrecherischen) Online-Apotheker bestellt, und dieser die bestellten Päckchen aus dem Regal nimmt, dann ploppen rotjuckende Pickel auf der Glatze auf. Und wenn man industriell hergestellte Arzneien von industrieller Qualität beim Ladengeschäft eines Apotheker erwirbt, und dort eine PTA die bestellten Päckchen aus dem Regal nimmt, dann passiert das nicht.

Und vor allem lernen wir, was für eine Auffassung von der Intelligenz der Menschen jene Apotheker zu haben scheinen, die sich einem solchen Reklamehirnpflug anschließen und solche Plakate in ihr Schaufenster hängen. Jemanden, der mich so verachtet, würde ich meine Gesundheit jedenfalls nicht anvertrauen.

Und jedem, der jetzt „Beratung“ sagt, empfehle ich ein einfaches Experiment mit der nächsten Apotheke um die Ecke. Ein sehr gutes (im Sinne von: Wirksam und arm an Nebenwirkungen) Schmerzmittel ist Paracetamol, das man erfreulicherweise rezeptfrei in Apotheken erwerben kann. Es hat allerdings ein sehr ernstes Problem in Form einer sehr gefährlichen Nebenwirkung: Zusammen mit Alkohol ist Paracetamol in hohem (zuweilen sogar akut lebensbedrohlichem) Maße leberschädigend. Gehen sie bitte mit ein paar Klimpergroschen in der Tasche in die nächste Apotheke und kaufen sie dort eine 20er-Packung Paracetamol ratiopharm 500 mg! Und achten sie darauf, ob Apotheker oder PTA sie auf die sehr gefährliche Kombination von Paracetamol und Alkohol hinweisen — und nach Möglichkeit auch darauf, ob ihnen klar gesagt wird, dass Paracetamol nicht in Selbstmedikation und damit ohne Beteiligung eines Arztes über längere Zeiträume genommen werden soll, weil das eben auch mit ernsten Gefahren verbunden ist. Ich habe das jedenfalls noch nie erlebt.

Tatsächlich habe ich noch nicht ein einziges Mal auch nur die Rückfrage erlebt, welche Schmerzen ich damit behandeln will, so dass der Apotheker auch nur beurteilen könnte, ob es sich um eine gute Idee handelt, hierfür Paracetamol einzunehmen…

Der Verweis darauf, dass diese wichtige Information im Sieben-Punkt-Augenpulver des lustig gefalteten Beipackzettels erwähnt wird, ist invalide — denn diesen und inhaltlich genau den gleichen Beipackzettel hat auch das Medikament vom (natürlich nicht verbrecherischen) Online-Apotheker.

Es handelt sich bei dieser Reklameaktion von Apothekern nur um eine gezielte und überdem bemerkenswert dumm vorgetragene Erzeugung von irrationalen Ängsten. Eine… sagen wir einmal… ausgehängte Liste, woran man verbrecherische Internet-Apotheker häufig erkennen kann und eine regelmäßig gepflegte Website mit einer durchsuchbaren Liste krimineller „Apotheken“ wäre ja begrüßenswert, weil sie aufklärt und für den Arzneimittelkäufer Sicherheit schafft. Hier geht es ums genaue Gegenteil davon, an die Stelle von Aufklärung soll Angst und an die Stelle von Sicherheit große Verunsicherung treten. Wessen Interessen mit dieser verachtenswerten Angstmache vertreten werden, sollte jedem aufmerksamen Menschen durch eine ungefähr zehnsekündige Benutzung eines handelsüblichen Gehirnes klarwerden, und dabei wird auch im gleichen Zuge klar werden, dass es nicht die eigenen sind.


Stoppt die Falschgeldchatter!

Schlagzeile 'Chip': Falschgeld aus dem Internet: Blüten kommen direkt aus Chatrooms

Mit dieser prächtigen Vorstellung eines Chatfensters auf dem Monitor, aus dem heraus das Zimmer mit einer Flut von Falschgeld überschwemmt wird (siehe auch das nichtssagende Symbolfoto unter der Schlagzeile), hat sich der Journalist im Auftrag des Computer-Fachmagazins „Chip“ der Aufgabe entledigt, seinen Lesern kurz und knackig folgenden Sachverhalt zu beschreiben: Kriminelle Geschäfte mit gefälschten Banknoten werden über wechselnde und möglichst anonymisierende Internet-Kanäle angebahnt.

Vielleicht hätte der Journalist das auch in seiner Schlagzeile so sagen sollen…

Aber mit einer weniger reißerischen, etwas sachlicheren Schlagzeile — sagen wir einmal: „Falschgeld-Handel im Internet: Kriminelle wollen nicht erwischt werden“ — hätte man ja nicht so eine gute facebook- und twitterträchtige Clickbait für den eigentlichen Inhalt des Artikels gehabt: Eine vom Pornografie-Anbieter Pornhub mutmaßlich gut bezahlte¹ ungekennzeichnete Werbung, die als redaktioneller Text ausgegeben wird.

Ich gratuliere der Redaktion des Fachmagazins „Chip“ für den so mutig eingeschlagenen Weg aus der gegenwärtigen Krise des Journalismus und wünsche allen dort arbeitenden Autoren, Journalisten und Redakteuren auch weiterhin alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg. :mrgreen:

¹Ich kann beim besten Willen nicht annehmen, dass Werbung in der gedruckten Chip oder auf der Website Chip Online kostenlos ist. Schon gar nicht, wenn es sich um dermaßen halbseidene Reklameformen handelt, die mit einer offenen Verachtung der Intelligenz des Lesers einhergehen und damit sogar die Reputation der Marke Chip beschädigen.


Monopol für uns, Wettbewerb für die!

Monopole werden geschützt statt Wettbewerb zu schützen. Der momentane Rechtsrahmen wird in keinem Maße den neuen Bedingungen gerecht

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlages [Dauerhaft archivierte Version]

Kurzkommentar

Diese Worte spricht der gleiche Mathias Döpfner, der vor noch gar nicht so langer Zeit bei jeder Gelegenheit das Blaue vom Himmel heruntergelogen hat und viel Aufwand für Abgeordnetenverdummungsarbeit in den Dunkelkammern des Reichstags getrieben hat — und das alles nur, damit ein Gesetz geschaffen werde, dass die Privilegien eines früheren Oligopols von Presseverlegern per Gesetz in eine Zeit festschreibt, in dem nahezu jeder Mensch mit preiswerten Geräten Informationen kopieren und verbreiten kann: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Für die von ihm selbst vertretenen wirtschaftlichen Interessen ist dem Herrn Döpfner kein Schutz schwach genug, und wenn er auch das ganze deutschsprachige Internet mit zusätzlicher Rechtsunsicherheit und teuren juristischen Unwägbarkeiten erstickt. Zum Glück erledigt sich das Problem langsam von selbst, weil die zeitungslesende Generation ganz einfach ausstirbt… aber dieser Prozess ist ein wenig zu langsam.


Computerbild.de hat rausgekriegt, dass es Browser gibt!

Screenshot Computerbild.de -- Schlagzeile -- Opera, Pale Moon, SeaMonkey und Co: Der Internet Explorer ist tot: Interessante Browser-Alternativen im Überblick -- Microsoft stellt die Weiterentwicklung des Internet Explorers ein. Für Fans des alten Microsoft-Browsers hat Computerbild lohnenswerte Alternativen herausgesucht

Ich gratuliere der bekannten Fachzeitschrift „Computerbild“ zu ihrer gülden glitzenden journalistischen Glanzleistung, mit sicherlich großem Aufwand recherchiert zu haben, dass es inzwischen mehrere so genannte Webbrowser gibt und dass man deshalb nicht auf den von Microsoft zu Windows mitgelieferten Browser angewiesen ist und gehe ansonsten wortlos von dannen, damit ich hier nicht auch noch mit ätzendem Spott beginne…

Quelle des Screenshots: Internet


Internet der Dinge für Flugzeuge

Wenn Flugzeuge künftig mit Internet ausgerüstet sind, sollten wir einen Kommunikationskanal zur Bodenkontrolle außerhalb des Cockpits einrichten […] Die Bodenkontrolle sollte durch Internet-Kameras ins Flugzeug schauen können […] Auch die Bodenkontrolle muss künftig in der Lage sein, Cockpit-Türen über das Internet von außen zu öffnen

Thomas Jarzombek, CDU, Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Digitale Agenda, Mitglied im Verkehrsausschuss. Sollte der in meinen Augen leider sehr wahrscheinliche Fall eintreten, dass der von Fefe referenzierte Newsticker eines Presseproduktes in Kürze aus dem Netz verschwindet oder hinter einer Paywall gesteckt wird, ist hier ein Link auf eine dauerhaft archivierte Version der Quelle.

Der Alarmknopf verleiht der (jetzt schon halb verhungerten) Hoffnung Ausdruck, dass Herr Jarzombek nicht auch noch beabsichtigt, dass in Zukunft auch ein Sinkflug von außen über das Internet eingeleitet werden könne.


Härtestmöglicher Datenschutz

Dobrindt wies die Bedenken zurück. „Wir haben die härtestmöglichen Datenschutzregeln in unser Gesetz aufgenommen, die wir in Deutschland kennen“, sagte er der „Bild“-Zeitung

Alexander Dobrindt, indirekt zitiert nach Tagesschau.de — Kritik an Pkw-Maut: Dobrindt verspricht Datenschutz [Dauerhaft archivierte Version]

Ein Video anstelle eines Kommentares

Direktlink zum Video — und sorry, es fällt mir wirklich schwer, ernst zu bleiben.

Kleine Anmerkung für alle, die immer noch nicht lachen, weil sie das Lächerliche daran nicht verstehen: Der beste und einzig wirksame Datenschutz besteht in Datenvermeidung — also im genauen Gegenteil einer weiträumig aufgestellten Überwachungsinfrastruktur durch Kameras und Kfz-Kennzeichen-Scans, die zur Mauterhebung mit großen Datenbanken abgeglichen werden muss. Wer schon einmal in Frankreich, Italien oder Spanien war, weiß, dass es durchaus möglich ist, eine Maut für die Straßenbenutzung zu erheben, ohne derartige Überwachungsinfrastrukturen aufzubauen. Angesichts der Tatsache, dass die „üblichen Verdächtigen“ T-Systems, Siemens etc. den Auftrag für dieses Projekt… sorry… Großprojekt erhalten werden und in der Bimbesrepublik Deutschland wieder einmal Verträge bekommen werden, die einen Regress auch bei schwerwiegenden Versagen ausschließen und dass die letztlich entstehenden Kosten deshalb die ursprünglich projektierten Kosten um mindestens das Zehnfache übersteigen werden, wäre der Aufbau einiger zehntausend Mauthäuschen vermutlich auch billiger.


Eine Verbrecher-Software

Bei Skype handelt es sich um eine inhaltsverschlüsselnde Kommunikationssoftware, welche u. a. häufig von Akteuren aus dem Bereich der organisierten Kriminalität und des Cybercrimes genutzt wird

Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Beauftragter für die Geheimdienste der BRD

Ohne Worte.