Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

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Dies ist eine Sammlung von Texten und Beschreibungen, die es wert sind, nicht einfach in der Timeline zu versinken, sondern immer wieder einmal betrachtet zu werden.


Bullshit statt Sicherheit in der Informationstechnologie

Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie eine schrille und dank eines Tagesschau-Berichtes medial sehr wirksame Warnung ohne jegliche Hintergrundinformation ausgegeben hat; Inhaber einer E-Mail-Adresse zur Installation von Antiviren-Software aufgefordert hat, weil ein Crack gegen einen Webserver mit einem darauf laufenden Webforum gelang; und wie sich diese Geschichte später — mit deutlich weniger medialen Echo — in fast nichts auflöste. Mit kleinem Schlenker auf Verschwörungstheorien, die sich angesichts solcher Blindheit fast von allein aufdrängen.

Ein Placebo für Journalismus
Mathias Zahn von Südwestfunk verfasste und verlas für die Tagesschau einen reinen Propaganda-Artikel voll mit manipulativem Sprachgebrauch und vorsätzlich falschen Informationen, um die weltweite Überwachung jeglicher Kommunikation durch Geheimdienste der USA zu relativieren und jeden Widerstand dagegen für sinnlos zu erklären. Wer glaubt, dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendern — in anderen Staaten nennt man so ein vom Filz der classe politique durchzogenes Gebilde klarer und deutlicher „Staatsfernsehen“ — seriöser Journalismus stattfindet, sollte das einmal gelesen haben.

Ente des Jahres: Adobe verschenkt CS2
Ein kleines Lehrstück, wie die gleichen Journalisten, die sich so vehement für ihr „Geistiges Eigentum“ einsetzen, dass sie ein „Leistungsschutzrecht“ genanntes Standesrecht dafür haben wollen, durch massenhaften Abschreiben einer sensationellen Meldung ohne eigene Recherche dafür gesorgt haben, dass Adobe von einem Teil seines „Geistigen Eigentumes“ enteignet wurde. Mit Hinweis auf den Wert des Meldungsarchives auf der Website der ComputerBild für Leser, die an seriösen Informationen interessiert sind.

Die bösen Cookies
Eine Justizministerin, die zu der Auffassung gekommen ist, dass ominöse „Cookies“ den Text einer E-Mail an Werbevermarkter übertragen haben ist ein sehr mahnendes Beispiel dafür, welche Blüten auf Unverständnis und Halbwissen treiben können. Die Vorstellung, dass aus einer solchen Deutung einer Justizexpertin einmal ein Gesetz werden könnte, das Cookies verbietet und damit einen Großteil ganz normaler Netznutzung im Rechtsraum der BRD verhindert, ist gruselig, allerdings ist auch gruselig, dass das wirkliche Problem nicht erkannt, benannt und angegangen wird. So kommt es zu den Zuständen, die inzwischen typisch für die BRD sind.

Symbolbilder aus der Hirngruft
Eine heitere Betrachtung der Bilder, mit denen Journalisten nicht abbildungsfähige Internet-Themen — wie etwa den Datenschutz auf social websites — illustrieren.

Stasi 2.0 VDS: Jetzt wegen der Nazis!
Wie Innenpolitiker  das vollumfängliche Scheitern von Polizeien und Inlandsgeheimdiensten beim Verfolgen polizeilich und geheimdienstlich bekannter, gewaltätiger und mörderischer Rassisten zum Anlass nehmen, nach einer anlasslosen Vorratsdatenspeicherung der gesamten Telefon- und Internetnutzung in der Bundesrepublik Deutschland zu rufen, ist schon ein Vorgang, der häufigen Erinnerns wert ist.

Piraten! Raub! Raub! Raub!
Ein sehr grundsätzlicher Text zur kriminalisierenden Propaganda der Contentindustrie gegen Menschen, die natürliche technische Möglichkeiten nutzen. Ein Begriff wie „Raubkopie“ ist ja leider schon Umgangssprache geworden. Hier wird diesem faulen Sprachzauber einmal genau so kompromisslos die technische Wirklichkeit gegenübergestellt — anhand eines sehr deutlichen Beispieles aus der Berichterstattung in Welt Online.

Wir können es nicht sagen, aber wir sagen es mal
Wenn man nicht weiß, ob dieses Internet an einer Tat, die ein gewisses Grauen auslöst, irgendwie beteiligt war, denn kann man immer noch einen Bezug zum Internet herstellen — wie es hier die Nachrichtenagentur AFP getan hat. Einfach eine Anmerkung machen, die nicht einmal in einem schwach begründeten Verdacht fußt. Das Wort „Internet“ im Zusammenhang mit „Tod“ und „Selbstmord“ wirkt auf die Presse so attraktiv, dass aus einem schwachen Verdacht im Laufe weniger Stunden eine Wahrscheinlichkeit wird. Dass sich auf diesem Wege eine irrationale Angst vor dem Internet und vor modernen, partizipativen Medien ausbreitet (und nicht etwa eine vernünftige Sicht auf Möglichkeiten, Stärken, Abgründe und Gefahren), scheint dabei aus der Sicht der zentral herausgegebenen Medien durchaus erwünscht zu sein.

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