Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Beiträge mit Schlagwort “Rainer Wendt

Offener Kurzbrief: Einigt euch mal!

Werte Amtsträger, Polizisten und Mitglieder der Classe politique!

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass ihr entweder direkt lügt oder aber zumindest die Tatsachen so weit einseitig und verzerrend darstellt, dass das Ergebnis einer Lüge gleichkommt.

Wenn ich eure täglichen Auslassungen lese oder höre, bin ich mir völlig darüber im Klaren, dass es sich um Lüge handelt. Auf Gebieten, auf denen ich mich selbst ein bisschen auskenne, fällt mir der verlogene Charakter eures Tuns und Redens gleißendhell und unübersehbar in die Pupille, und ich muss davon ausgehen, dass ihr bei Stellungnahmen zu Sachgebieten, in denen ich mich zufällig weniger gut auskenne, nicht einen Deut ehrlicher sein werdet. Jede andere Annahme gegenüber jemanden, der sich immer wieder als gewohnheitsmäßiger Lügner darstellt, wäre ja auch dumm.

Manchmal, wenn es mir möglich ist, setze ich mich hin und pflücke eure Lügen und verzerrten Darstellungen auseinander; manchmal tue ich das sachlich, und manchmal tue ich das satirisch, um wenigstens noch einen müden, frustrierten und beschädigten Lustgewinn aus solcher öden Tätigkeit ziehen zu können.

Das hätte ich auch gern heute mit den Lügen von Oliver Marchow von der Gewerkschaft der Polizei, von Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerksachft und von Ronald Pofalla, CDU getan, die in einem Artikel auf Heise Online zusammengeflossen sind.

Aber was soll ich denn noch tun, wenn ihr auf dieser Ebene nicht einmal koordiniertes Lügen hinbekommt? Wenn…

  • Oliver Malchow bedauert, dass er wegen PRISM jetzt keine Vorratsdatenspeicherung bekommt und deshalb die Polizei gar nicht mehr ermitteln könne, weil eine Ermittlung bei Tatverdächtigungen einfach ein zu später Zeitpunkt für die Polizeiarbeit ist; gleichzeitig…
  • Rainer Wendt sich darüber freut, dass die Polizeien wegen PRISM jede Menge Daten der US-Behörden bekommen haben und weiterhin bekommen, mit denen so viele schwere Verbrechen verhindern werden konnten und verhindert werden können; und gleichzeitig…
  • Ronald Pofalla so tut, als gäbe es PRISM gar nicht…

…dann seid ihr nicht einmal mehr satirefähig.

Von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit euren intelligenzverachtenden Lügen will ich gar nicht erst reden. Dass Rainer Wendt, gelernter Polizist, einen Bruch des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland und einen klaren Verstoß gegen ein diesbezüglich unmissverständliches Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vermutet und nichts unternimmt, käme ja außerhalb der Propagandareden einer Strafvereitelung im Amt sehr nahe.

Mit Zeigefinger, der in wohlbekannter Geste an die Stirne tippt
Der Alarmknopf-Blogger
(Pseudonym, und doch so leicht zu identifizieren…)

Advertisements

Schrecklich! E-Mails prallen auf das AKW!

Der nächste 11.-September-Anschlag kommt per E-Mail. Deshalb brauchen wir schnellstens mindestens 2000 Cyber-Cops […] Dass Hacker-Terroristen ein AKW zur Explosion bringen [sic!], die Stromversorgung unserer Städte kappen oder Klärwerke stoppen, um die Bevölkerung zu vergiften, sind reale Bedrohungsszenarien

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

Kommentar

Ich kann mir nach diesen gnadenlos angstvollen und hirnlosen Worten des Herrn Wendt sehr bildhaft vorstellen, wie die zweitausend „Cyber-Cops“ sich an die Datenleitungen zu den Atomkraftwerken stellen und in jede einzelne Mail mit dem Cyber-Röntgengerät schauen, ob da vielleicht ein Cyber-Bömbchen drin versteckt ist. Todesmutige Cops, die einen ganzen 48-Stunden-Tag lang arbeiten müssen und bei hohem Spamaufkommen auch noch die Nacht hinzunehmen.

Die für normal denkende Menschen (also Leute, die nicht in der Deutschen Polizeigewerkschaft organisiert sind) naheliegende Forderung, dass die Steuersysteme von Kernkraftwerken, Elektrizitätswerken oder Wasserwerken zur Vermeidung eines sachlich völlig unnötigen Angriffsrisikos in keinem Fall und nicht einmal indirekt mit dem Internet verbunden sein dürfen, kann dieser cybersicherheitspolitischen Kompetenzgranate allerdings nicht aufkommen — was wunder, gibt der Herr Wendt sogar zu glauben vor, dass eine E-Mail ein Kernkraftwerk zur Explosion bringen kann. Vermutlich ist er persönlich so gestrickt, dass er erstens unter Microsoft Windows arbeitet und zweitens jeden Tag auf alles klickt, was sich nur anklicken lässt und hat aus dieser Arbeitshaltung schon die eine oder andere persönliche Katastrophe erlebt.

Übrigens klingt eine saudumme „Argumentation“ und eine darin abgeleitete, eben so dumme Idee nicht intelligenter, wenn man Polizeibeamte im Fachbereich Internet krampfjugendlich als „Cybercops“ bezeichnet. Dass es angesichts einer gut organisierten Kriminalität (und angesichts existierender destruktiver Angriffe) im Internet Bedarf für gut ausgestattete, motivierte und geschulte Fachpolizisten gibt, ist nämlich unbestritten. Genau dieser relativ vernünftige Gedanke erstickt allerdings unter der prolldoofen Bildzeitungssprache dieses Großkopferten einer Organisation von Polizeibeamten, die in jeder dürren Worthülse die vollständige Inkompetenz durchblicken lässt.

Nachtrag 21. Februar: Die Stellenausschreibung für die „Cyber-Cops“ durch das BKA — eine großartige Satire, von der ich mir wünschte, sie wirkte absurder. [via Fefes Blog]


Rainer Wendt (DPolG) kündigt Streik der Polizei an

Rainer Wendt (DPolG) mahnte die Grünen an, sich in den Bundesländern zur Polizei zu bekennen, in denen sie in der Regierungsverantwortung stehen. Wer sich dem dringend notwendigen Instument der Vorratsdatenspeicherung verweigere, müssen sich auch zur Nicht-Fahndung im digitalen Raum bekennen

Heise Online — Grüner Polizeikongress: Kritik an „massiver Ausweitung polizeilicher Befugnisse“

Kürzstkommentar

„Gebt mir mein neues technisches Superinstrument zur anlasslosen Überwachung aller Menschen in der BRD, oder es gibt keine Fahndung mehr“ — selten nur ist Propaganda so durchsichtig.

Wer Satire in der Überschrift findet, darf sie behalten.


Die Polizei ist zweiter Sieger

Der Einsatz moderner Kommunikationsmittel, mit deren Hilfe die Kriminellen blitzschnell die Örtlichkeit wechseln und sich an anderer Stelle zusammenrotten, wurde auch in Deutschland bereits beobachtet, da ist die Polizei stets zweiter Sieger. Weder das Personal noch die Technik sind vorhanden, um in solchen Situationen soziale Netzwerke zu beobachten und die Kräfte entsprechend zu führen.

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

Kurzkommentar

Da bin ich aber heilfroh, dass die SA damals weder Twitter noch Facebook hatte, sonst wäre die Polizei ja überfordert gewesen und die Nationalsozialisten hätten auf der Grundlage des Terrors der Straße die Macht in Deutschland übernehmen können…