Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Unsortiert

Wenn du mal angeklagt bist: Einfach nicht mithelfen!

Tweet von @EinAugenschmaus -- Generalbundesanwalt #Range stellt Ermittlungen zu #merkelphone ein, weil ACHTUNG: Die USA nicht mitgeholfen haben bei Aufklärung! HAHAHAHA.

Ohne weitere Worte. [Meldung bei Spiegel Online, Dauerhaft archivierte Version der Meldung]

(Wie kriege ich jemals wieder diesen Bananengeschmack aus meinem Mund?)


Eine Verbrecher-Software

Bei Skype handelt es sich um eine inhaltsverschlüsselnde Kommunikationssoftware, welche u. a. häufig von Akteuren aus dem Bereich der organisierten Kriminalität und des Cybercrimes genutzt wird

Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Beauftragter für die Geheimdienste der BRD

Ohne Worte.


cp ist rechtswidrig

Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Voraussetzungen des Art. 5 Abs. 5 der Richtlinie 2001/29 im Rahmen des anwendbaren nationalen Rechts angemessen berücksichtigt sind. Denn aus § 52b UrhG geht erstens hervor, dass die Digitalisierung von Werken durch öffentlich zugängliche Bibliotheken nicht dazu führen darf, dass den Nutzern auf den eigens eingerichteten Terminals mehr Exemplare eines Werks zur Verfügung stehen, als diese Bibliotheken im analogen Format angeschafft haben

Aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 11. September 2014, Az.: C-117/13

Kurzkommentar

Es wäre ja auch schrecklich, wenn der größte Vorteil digitaler Daten — ihre verlustfreie und sehr preisgünstige Kopierbarkeit — im Alltag der Menschen zum Tragen käme; an seine Stelle haben Zählungen beim Öffnen und Schließen von Dokumenten in Leseanwendungen zu treten. An den Datensichtgeräten zum Literaturgenuss in europäischen Bibliotheken soll man zukünftig allen Ernstes so etwas wie „Hallo, kannst du beim Lesen mal Pause machen, ich möchte auch mal drankommen“ hören. So soll es nicht nur nach (grundsätzlich eher hirnrissigen) Neuland-Gesetzen der BRD, sondern auch nach dem Rechtsverständnis des Europäischen Gerichtshofes unter dem Banner der hl. Kuh des „Geistigen Eigentums“ in die digitale Zukunft gehen.

Nun, das ist eine… ähm… interessante Vorstellung von der Zukunft.


Richter sollen ja auch nur darüber rechtsprechen!

PS: Der Richter hat erzählt, dass er vorab die Profile bei Xing angucken wollte. Daran wurde er aber gehindert, weil die Proxy-Server des Gerichts alle Social-Media-Seiten sperren, auch für Richter. Er musste es dann daheim privat nachgucken. Welchen Sinn es haben soll, Richtern den Zugriff aufs Web zu filtern – und ihnen damit die Möglichkeiten zur Recherche einzuschränken – konnte er leider auch nicht erklären

Quelle: SoWhy Not? — Abmahneritis: Noch keine Entscheidung [Update] [dauerhaft archivierte Version]

Ohne Worte.


Super Bowl Security

Super Bowl Security - Total geheim mit im Fernsehen sichtbarem WLAN-Passwort

Platsch! | Foto bei @dborch mitgenommen…


Der Alarmknopf-Jahresrückblick 2013

In einem Jahr, das von einer Bundestagswahl und vom zugehörigen Bundestagswahlk(r)ampf und dementsprechender Vorsicht nach Maßgabe der PR-Agenturen im Dienste der Politikmarktteilnehmer geprägt war, gibt es nicht so viel wie gewohnt — aber es ist ja immer noch einiges, und zudem ist Mitmensch Journalist dem Mitmenschen Politiker in der „Kompetenz“ durchaus ebenbürtig.

Januar

ComputerBild, t3n.de, Golem, Chip Online, The Wall Street Journal (Ausflüsse des Qualitätsjournalismus) erzählen ihren Lesern, dass Adobe ein ganz großes Geschenk gemacht hat — nur Adobe wusste nichts davon.

Golem (angebliche Fachpublikation) findet, dass Verschlüsselung den großen Nachteil hat, dass man die verschlüsselten Inhalte ohne Kenntnis des Schlüssels nicht mehr ermitteln kann.

Daniel Gritz (SPD) hat eine gute Abhilfe gegen die ganze Spam gefunden. Er veröffentlicht seine Mailadresse nicht mehr im Internet, sondern nur noch auf der Website seiner Hamburger Bürgerschaftsfraktion.

Die ComputerBild (verdummende Springerpresse) — immerhin eine Publikation, die zum Schaden des gesamten deutschsprachigen Internet unter dem wehenden Banner des Geistigen Eigentums vom so genannten Leistungsschutzrecht für Presseverleger geschützt ist — hat ihre Leser zum Anfertigen von… ähm… ja, Kopien aufgefordert, die sie wohl sonst als Raubkopien bezeichnet hätte.

Februar

Die Frankfurter Allgemeine (qualitätsjournalistisches Bollwerk der Bildungsbürger) kannte nicht den Unterschied zwischen einem handfesten und klar definierten wissenschaftlichen Betrug und dem in keinem Strafgesetzbuch stehenden Delikt des „Geistigen Diebstahls“.

Prof. Dr. Valentin Groebner (Historiker aus der Bundesrepublik Österreich) hat offenbar zu viel Feenstaub oder andere nicht empfehlenswerte Substanzen inhaliert oder sich in die Venen gespritzt und hält das Internet allen Ernstes für eine Fabel.

Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU, Bundespudel und damaliger Innenminster) erzählte einer sich kringelnden Öffentlichkeit, dass er nicht einmal genug Etat für ausreichende Festplattenkapazitäten zur Speicherung von E-Mails hätte.

Frank Plasberg (Talkshow-Rektalsonde des BRD-Staatsfernsehens ARD) hat sich unter hirntodesmutigem Einsatz gegen jede journalistische Qualität und Verpflichtung zur Wahrheit für den Lügenbold-Award qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch!

Rainer Wendt (Heißluftgebläse der Deutschen Polizeigewerkschaft) sieht E-Mails, die Kernkraftwerke explodieren lassen, den Strom und die Klärwerke ausschalten und die Bevölkerung vergiften. Nein, das war keine Büttenrede zum Fasching, das war der Versuch eines gruselig ausgemalten Horrorszenarios, mit dem eine Frontfresse der BRD-Polizei politische Forderungen durchsetzen wollte.

Axel Voss (CDU-Abgeordneter im Europäischen Parlament) hält in seinen verdummenden Äußerungen eine Mailadresse für satte 4000 Prozent teurer, als sie tatsächlich ist — und begründet damit einen Verzicht auf einen angemessenen Datenschutz bei „kostenlosen“ E-Mail-Anbietern.

März

Die Neue Osnabrücker Zeitung (Qualitätsjournalisten) berichtet ohne eine Spur von Satire davon, wie die zeitgemäße Bibliothek aussieht: Dort entleiht man — beliebig oft verlustfrei kopierbare — Daten und bringt sie hinterher wieder zurück. Das müssen die gleichen Journalisten sein, die sonst vom Diebstahl sprechen

Kai Biermann (Qualitätsjournalist für Zeit Online) hat sich druckvoll vorgedrängelt, weil er unbedingt die Hohlniete des Jahres bekommen wollte. Beachtenswert auch sein Einsatz, durch mutiges Kommentieren im Alarmknopf die völlige Ahnungslosigkeit unverwechselbar mit dem „schlechten Tag“ und dem „schlampigen Artikel“ zu machen. Dennoch, für die beliebte Hohlniete des Jahres hat es diesmal nicht gereicht.

Focus Online (qualitätsjournalistischer Versuch, montags eine Bild am Sonntag zu verkaufen) erzählt seinen staunenden Lesern, dass man sich wegen des Internet und dieser bösen Blogs in diesem Internet als junge Frau zu Tode hungert. Gleich neben dem Foto eines Models, dessen Leib wie ein fleischgewordener Schrei nach Essen anmutet.

April

Hans-Peter Uhl (CSU, fleischgewordener polizeistaatlicher Beißreflex) ist wie ein pawlowscher Hund, der nach jedem größeren Verbrechen die anlasslose und vollständige Überwachung jeglicher Kommunikation in der BRD fordert.

Das Bildungsministerium von Mecklenburg-Vorpommern (Bildungs-, und damit immer auch Zukunftspolitik) kennt eine großartige Methode für den Umgang mit Computern, die von Viren oder Trojanern befallen sind: Einfach wegwerfen und andere kaufen. Für so viel Sicherheitsbewusstsein kann man auch ruhig mal ein paar Schulen verschimmeln lassen.

Mai

Die Welt (seriös verlarvte Parallelexistenz der Bildzeitung) ist der Meinung, dass Musik über das Internet transportiert werden kann, ohne dass dabei die Musik heruntergeladen werden muss. Die logischen Verrenkungen bei der PR für kommerziell motivierte Vollüberwachung der Menschen sind immer wieder erheiternd.

Peter Altmaier (CDU, damaliger Minister für größte anzunehmende Unfälle) hielt Twitter für einen nationalen deutschen Dienst.

Focus Online (qualitätsjournalistische Antwort auf Micky Maus) sprach mit sehr gespaltener Zunge über die so genannte „Huffington Post“. Gruß auch an Burda, diesem Lobby-Fürsprecher des so genannten „Leistungsschutzrechtes für Presseverleger“, auf dessen „Nutzung“ unter den Bedingungen einer großen und äußerst internetfeindlichen Koalition ich schon sehr gespannt bin. (Mein Tipp: Es gibt für Google und vergleichbare kommerzielle Anbieter eine gesetzliche Linkpflicht auf die tägliche Pressejauche. Eine kostenpflichtige Linkpflicht, versteht sich.)

Juni

Dieter Wiefelspütz (SPD, kommender Namensgeber einer Maßeinheit für dumme Arroganz) wollte unbedingt Alternativen zu Internet-Anbietern aus den USA schaffen, aber natürlich wollte er nicht etwa selbst ein Unternehmen gründen, sondern weiter als Gesetzgeber tätig werden. Ich wünsche Herrn Wiefelspütz, dass er einmal Freunde im Ausland hat, denen er erklären muss, dass man in der BRD ab bestimmten Zuschauerzahlen eine Rundfunklizenz für einen Google-Hangout benötigt. Vielleicht wird ihm dann langsam klar, warum die BRD in Internet-Dingen auf dem Niveau eines Entwicklungslandes liegt.

Angela „Neuland“ Merkel (rautenschlagende Kanzlerdarstellerin) sagte allen Ernstes „Das Internet ist für uns alle Neuland“, um eine Ausweitung der Überwachung des Internet propagandistisch zu begleiten. Und nun ein wenig Musik.

In der WZ (als Qualitätsjournalismus getarnte Hirnwäsche mit wirksamen Intelligenzlöser und politischem Weichspüler) wurde den lachenden Lesern erklärt, dass Merkels „Neuland“-Rede, die übrigens eine Propaganda-Rede zur Ausweitung der Überwachung des Internet war, doch völlig anders gemeint war — denn nach den Enthüllungen von Edward Snowden war die bisherige Linie von Angela Merkel nicht mehr so wahlkampfgeeignet.

Juli

Mathias Zahn (SWR-Propagandasprecher im BRD-Staatsfernsehen ARD) hielt eine tolle, mit so genannten „Rundfunkgebühren“ finanzierte Propagandarede zu den Enthüllungen Edward Snowdens.

Angela Merkel (Bundeskanzlerin, die ihre Hände beruhigt, indem sie das Symbol einer Vulva vor ihrem Leibe formt) grüßte im Wahlkampf unter dem Druck der Enthüllungen von Edward Snowden mit lächerlichem Wortwinken aus Alzheim.

Das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei hatten sehr genaue Vorstellungen von den Gefahren durch 3D-Drucker… die mit genau keinen belastbaren Kenntnissen begründet wurden. Ein geradezu klassisch anmutendes Beispiel für Propaganda.

Sigmar Gabriel (damaliger Kanzlerkandidat der SPD und heutiger Minister für größte anzunehmende Unfälle) vertrat im Wahlkampf allen Ernstes die Meinung, dass es „willfährig“ von Unternehmen in den USA sei, wenn sie sich an dort geltendes Recht hielten. Diese Dummheit wurde von dem bekannten Befürworter einer vollständigen und anlasslosen Überwachung jeglicher Kommunikation in der BRD noch von sehr eigenwilligen Vorstellungen von wirksamer Verschlüsselung und lustigen Etuden in der Politikersportart der Heuchelei gekrönt.

Christoph Keese (Lügenbaron des Axel-Springer-Verlages) hat ein ganz neues Taliban-Mitglied gefunden.

August

Ronald Pofalla (CDU, damaliger Chef der BRD-Geheimdienste) hat ein Machtwort gegen die alles überwachende NSA gesprochen, dass wir tagelang nicht mehr aus dem Lachen herauskamen.

t3n.de (leistungsschutzrechtgeschützer Qualitätsjournalismus) erklärte, wie man Reklame auf anderen Websites blockiert — aber verbat sich dieses Abklemmen des Geldhahns für die eigene qualitätsjournalistische Dreckssite.

September

Im Berliner Polizeipräsidium/Polizeidirektion Ost hat man nicht nur eine „Internetwache“, sondern versteht das mit diesem Internet auch.

Simon McCoy (Nachrichtenvorleser bei der BBC) drängelte sich ebenfalls für die hochbegehrte Hohlniete des Jahres vor, als er einen Pad-Computer für Internetausdrucker vorstellte. Danke übrigens für die damit verbundene klare Mitteilung, dass die Computer im staatlichen Newsbetrieb Großbritanniens reine Reklame durch product placement sind und für den Ablauf gar nicht benötigt werden.

Chip Online (leistungsschutzrechtgeschützte Qualitätswebsite von Presseverlegern eines Computer-Fachmagazins) hatte tolle Informationen aus einem Paralleluniversum, in dem es 1984 schon den Internet-Dienst World Wide Web gab.

Oktober

Die DPA (agenturzentrale Massenstanze für die Gehirne in Deutschland) hat eine völlig neue Straftat erfunden, nämlich das „Illegale Herunterladen“.

T-Online (Drosselkom) hält seine Nutzer auch mit „Nachrichten“ auf intellektuell niedriger Bandbreite und schreckte dabei auch nicht davor zurück, eine Suchmaschine als eine Tauschbörse zu bezeichnen.

RTL (die menschenverachtende Bildzeitung für den Fernsehbildschirm) erklärte uns mit einem trefflichen Symbolbild, was ein 3D-Drucker ist.

November

Dr. Thomas Feist (CDU, Bundestagsabgeordneter) verweigerte mit einem Mund voller Blubberbläschen von der „Eigenverantwortung“ seinen Job als gewählter Gesetzgeber.

Das Europäische Parlament (EU-Demokratiesimulation) lässt sich das Verschlüsseln von E-Mail verbieten.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat nicht nur eine lobenswerte, tagesaktuelle Aufklärungssite über kriminelle Machenschaften mit Internetbezug geschaffen, sondern will auch verhindern, dass man diese hilfreiche Site einfach so verlinkt. Stattdessen soll man seine Verlinkung bei der Polizei anmelden.

Sigmar Gabriel (SPD, Minister für größte anzunehmende Unfälle) hat sich für den Job als menschenverachtendes Propganda-Arschloch beworben, als er die Opfer eines schweren Verbrechens noch einmal für seine politische Propaganda instrumentalisierte. Das wurde auch mit einem Lügenbold-Award gewürdigt.

Dezember

Das Landgericht Köln (durch Dummheit und Inkompetenz zum besten Freund der Abmahnmafia gewordene Richter) hat im Namen des Volkers entschieden, dass das Betrachten eines Videostreams ein „unbefugtes öffentliches Zugänglichmachen“ eines geschützten Werkes sei — und einen tiefen Eingriff in die Privatsphäre mehrerer tausend Menschen veranlasst.

Die Bundesnetzagentur (Laden, zu dem einem nichts mehr einfällt) hat es mit einer einfachen Definition hinbekommen, dass für jeden Haushalt in der BRD ein Breitbandanschluss da ist.

Alexander Dobrint (CSU, Datenautobahnminister) hat eine geradezu ganzheitliche Vorstellung davon, wie das Netzwerk von Datenleitungen ausgebaut werden sollte.

Und… die Hohlniete des Jahres 2013 geht an…

Hohlniete des Jahres 2013

Die Hohlniete des Jahres 2013 geht an Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU, damaliger Innenminister der Bundesrepublik Deutschland). Vorgeblich dafür, dass er sich die Überwachung von Kommunikation in der BRD durch den US-Geheimdienst NSA bis ins Detail darlegen ließ, weil ich ja einen haarsträubenden Anlass nehme — aber auch ein Stückweit für seine gesamte „Jahresleistung“ seit den Enthüllungen Edward Snowdens. Gruß auch an Angela „Neuland“ Merkel, Bundeskanzlerin, die diesen Menschen zum Bundesminister machte!

Was für ein Glück, dass auch das Handy von Frau Merkel abgehört wurde! Sonst wäre das Thema vermutlich erfolgreich politisch und agenturzentral totgeschwiegen worden, und außer ein paar Handvoll Geeks hätte es niemanden interessiert, dass die „Leistungen“ des Überwachungsstaates DDR gegenüber dem Allheitsanspruch US-amerikanischer und britischer Weltüberwacher beinahe niedlich wirken. (Außer natürlich für die betroffenen Menschen, für die ist so ein freidrehender Horch- und Morddienst im Rechtsfreien Raum niemals niedlich, sondern beängstigend, freiheitsberaubend und oft tödlich.)


Streaming ist die neue Tauschbörse

Durch das unbefugte öffentliche Zugänglichmachen des geschützten Werkes über eine sogenannte Tauschbörse liegt eine Rechtsverletzung des §19 UrhG vor

Landgericht Köln

Kein Kommentar

Was das Landgericht Köln hier mit einer „sogenannten Tauschbörse“ meint, ist eine Streaming-Seite — und das ist keine Korinthenkackerei, sondern ein sehr handfester Unterschied. Worin dieser Unterschied besteht, ist in der verlinkten Quelle zutreffend dargelegt.

Was von Richtern an einem Landgericht der BRD zu halten ist, die ihrer Inkompetenz zum Schaden anderer Menschen Rechtskraft verleihen, bedarf keines weiteren Kommentares.

Sehr trübe ist die Vorstellung, dass es sich bei derartiger zu Rechtskraft gelangener Inkompetenz wohl nicht um einen Einzelfall handeln wird. Um zu dieser Vorstellung zu gelangen, genügt ein Blick in frühere Publikationen und Urteile von Juristen aus der Bundesrepublik Deutschland.


In aller Kürze zur Bundestagswahl…

Wählt euch selbst! Zu Wahl gehört eine Auswahl. Punkt.Es gibt ja Menschen, die vor eine Bundestagswahl Wahlempfehlungen veröffentlichen. Das werde ich nicht tun. Stattdessen gibt es den Alarmknopf-Rückblick auf die vergangene Legislaturperiode

Dies ist eine größere, rückblickende Linkliste zur Hilfe bei Wahlentscheidungen mit besonderem Blick auf die Lügen und die „Kompetenz“ zu Internetthemen und auf die daraus ersprießenden Beglückungsideen. Ich muss davon ausgehen, dass es mit der „Kompetenz“ und den Lügen bei Themen, in denen ich mich zufällig weniger gut auskenne, kein bisschen besser aussieht. Alle Links in dieser großen Liste gehen auf den Alarmknopf. Alle Zitate darin sind mit Quellen belegt, die Quellen sind zu einem großen Teil dauerhaft archiviert. Auf eine Erwähnung von Missverständnissen, Versprechern und rhetorischen Ausrutschern und anderen Lachnummern habe ich verzichtet. Bei der Lektüre bitte ich jeden darum, sich daran zu erinnern, dass Interviews von den Politikern selbst freigegeben wurden und dass Reden in Parlamenten und auf Veranstaltungen als öffentliche Sprechakte vorher von gut dafür bezahlten Experten im Hintergrund ausgearbeitet werden. Nichts hier in dieser Darlegung politischer Standpunkte ist unbeabsichtigt, zufällig, ausgerutscht. Alles hier spiegelt den politischen Gestaltungswillen und die politischen Beglückungsideen der jeweils Zitierten wider — und wirft ein Blick auf die Parteien, in denen die jeweils Zitierten in Amt und Würden als Volksvertreter oder Träger hoher innerparteilicher Ämter kamen.

Politiker aus der ersten Reihe der CDU/CSU…

…oder kurz zusammengefasst: belegen, dass eine CDU/CSU, die solche Gestalten nach oben spült, unwählbar ist. Die ganz besondere technische Kompetenz der CDU/CSU zeigt sich auch in ihrem bemerkenswerten Webauftritt und in der versuchten Verhinderung, die Qualität dieses Auftrittes zu erkunden.

Politiker aus der ersten Reihe der SPD…

…oder kurz zusammengefasst: belegen, dass eine SPD, die solche Gestalten nach oben spült, unwählbar ist.

Politiker von Bündnis 90/Die Grünen…

…oder kurz zusammengefasst: belegen, dass eine Partei, die solche Gestalten nach oben spült, unwählbar ist.

Politiker der FDP…

…oder kurz zusammengefasst: belegen, dass eine Partei, die solche Gestalten nach oben spült, unwählbar ist.

Ach ja, Politiker aus der ersten Reihe der Linkspartei…

…nicht, dass die jetzt jemand für kompetent, wählbar, weniger intelligenz- und volksverachtend und eine brauchbare Alternative zum inkompetenten Gestümper von CDUSPDCSUFDPGRÜNETC hält.

Und bei der Piratenpartei…

…bei der es immer noch ein wenig schwierig ist, Poltiker aus der ersten Reihe zu benennen, hat tonangebende Gestalten in Ämtern, die…

…nur, damit die jetzt nicht jemand schon deshalb für kompetent hält, weil sie twittern und facebooken können. Vielmehr ist der Eindruck einer besonderen Kompetenz angesichts der Tatsache, dass solche Gestalten nach oben gespült werden, schon ein bisschen unangemessen.

Wer solche Gestalten wie die hier beispielhaft aufgeführten Kompetenzbomben mit seiner abgegebenen Stimme zum Herrschen in der Bundesrepublik Deutschland legitimiert, wird dafür mit absurden und wirkungslosen „Sicherheitsgesetzen“ für das Internet bestraft, die nicht schon nach vier Jahren wieder weggehen — die dann von hochbezahlten professionellen Lügnern im Staatsfernsehen der Bundesrepublik Deutschland als tolle Sache für uns alle erklärt werden.


Neuland

Am 6. August 1991, also vor rund 22 Jahren, veröffentlichte Tim Berners-Lee seinen Entwurf des World Wide Web im Usenet (Focus Online berichtete) und hat auf diese Weise einen weiteren, heute sehr populären Dienst im Internet begründet. Die Internet-Dienste Usenet, E-Mail, Telnet, Gopher, FTP und diverse andere existerten damals bereits seit Jahren. Das World Wide Web wurde für viele Menschen nach der Veröffentlichung des Webbrowsers Mosaic Netscape 0.95 beta im Oktober des Jahres 1994 immer mehr zum „eigentlichen Internet“ und ist heute für die Mehrzahl der Menschen ein ganz gewöhnlicher Bestandteil ihres Alltags.

Am 19. Juni 2013, also gut sieben komplette Erdzeitalter der Computertechnik später, gab Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, anlässlich des Besuchs des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, auf dem Hintergrund einer von den USA betriebenen, nahezu allumfassenden Überwachung der weltweiten Internetnutzung und Telekommunikation den folgenden Witz zum Besten:

Das Internet ist für uns alle Neuland

Was haben wir alle gelacht! Fast so, wie bei diesem „Ich liebe doch alle„, das ebenfalls von einem Menschen mit deutlichen Realitätsverlusten ausgesprochen wurde… :mrgreen:

Quelle des Screenshots: Internet


Helfer, die von der Adresszeile in den Twitterclient kopieren…

Ich mach das ja selber… ich mach das bis heute selber und es gibt niemanden, der für mich twittert, ich hab lediglich hier einige Kollegen im Haus, die mich ab und zu auf ein Thema hinweisen, mir einen Link machen… das kann ich bis heute noch nicht, aber alles andere mache ich…

Steffen Andreas Seibert, Regierungssprecher und früherer Journalist beim ZDF, im Interview

Oh, was platscht denn da ins Aquarium? Wie hübsch, ein frischer Blindfisch.


Das aufmerksame und zählende Bild

Das Problem wird seit zehn Jahren immer drängender. Das Fehlen von Bezahlmodellen korrumpiert ganze Berufszweige. Bilder von Fotografen zum Beispiel müssten merken, dass die Seite mit dem Bild angesehen wird. Bei tausendmal Ansehen bekommt der Fotograf vielleicht zehn Cent. Diese ganzen Urheberrechtsstreitigkeiten sind dann weg

Gunter Dueck, Mathematiker, früheres Mitglied des Präsidiums der Gesellschaft für Informatik und früherer Redner auf der re:publica, in einem Interview mit derStandard.at

Ohne Worte.


Dieser Beitrag ist absichtlich leer

Das so genannte „Leistungsschutzrecht“ ist eine Enteignung der Menschen, die das Internet gestalten. Das einzige, was unter der gewollten Rechtsunsicherheit dieses „Rechts“ für die kommenden Jahre im Rechtsraum der BRD noch möglich sein wird, sind Katzenfotos, diese Gartenzwerge des Internet.


Fabel

Das Netz ist eine mythische Fabel, die so oft wiederholt worden ist, dass sie ihre eigene Wirklichkeit geschaffen hat

Prof. Dr. Valentin Groebner, österreichischer Historiker

Kurzkommentar

Genau! Und dieses Netz läuft nicht mit Technik, sondern mit Feenstaub. Und das nicht etwa wegen irgendwelcher Menschen, die davon jeden verdammten Tag ihres Daseins einen zusätzlichen Wert für ihr Leben verspüren, sondern sozusagen als selbstgeschaffener Selbstzweck in einer mythischen Eigenwirklichkeit, die somit keine äußere Wirklichkeit mehr hat, sondern eher so eine Wahnidee ist. Groben Unsinn und unendlich Dummes über das Internet lese ich jeden Tag, aber wenn der Bullshit dermaßen feierlich in gehobener Sprache daher kommt, muss ich erstmal nachschauen, ob es sich passend zum Fasching um eine Büttenrede handelt. Und nein, das ist nicht der Fall…

Herr Professor, GAFL!


Offener Brief an die Europäische Kommission

Werte Europäische Kommission!

Ich habe soeben gelesen, dass ihr im Rahmen eures so genannten „Cybersicherheitsplanes“ eine Meldepflicht für so genannte Cyberangriffe einzuführen gedenkt. Diese Meldepflicht soll sich auch auf so genannte „soziale Netze“ erstrecken, was ein recht diffuser und undefinierter Begriff ist, der in meinen Augen auch interaktiv nutzbare Blogs (die sowohl über den Kommentarbereich als auch über die Mechanismen der Pingbacks und Trackbacks eine deutliche „soziale Funktion“ implementieren) einschließen könnte. Daraufhin habe ich mich über ssh mit dem Server verbunden und ganz kurz nachgeschaut, wie es mit fehlerhaften Benutzeranmeldungen (diese sind beinahe durchgehend Angriffsversuche) ausschaut:

# egrep "fail|no such user" /var/log/auth.log | wc -l
536226
#

Bezüglich der von euch geplanten „Meldepflicht“, ihr werten durch keine Wahl legitimierten Angehörigen der Europäischen Kommission, habe ich angesichts dieses Ergebnisses folgende, für mich sehr einfach zu stellende und euch hoffentlich ebenso einfach zu beantwortende Fragen:

  1. Wohin darf ich die Zeilen aus meinen Logs mailen, um diese im Regelfall kriminell motivierten Angriffsversuche zu melden? Zum Glück ist es relativ einfach, die Ausgabe des grep auf mail zu pipen, so dass ich die Erfüllung dieser Meldepflicht nicht als ein großes Problem ansehe. Mit einem Ausdruck dieser Angriffsversuche kann ich wegen der hohen dabei entstehenden Papierkosten allerdings nicht dienen.
  2. Ist es aus Datenschutzgründen erforderlich, diese Daten zu verschlüsseln, weil sie ja immerhin die IP-Adresse des angreifenden Rechners und damit ein möglicherweise als personenbezogenes Merkmal betrachtetes Datum enthalten? Wenn ja, unterstützt ihr den PGP-Standard und wo finde oder wie erhalte ich euren public key?
  3. Muss die Meldung unmittelbar erfolgen, oder genügt die Zustellung einer täglichen Zusammenfassung, die ich bequem mit einen weiteren Eintrag in der crontab automatisieren kann? Beim Erfordernis einer unmittelbaren Meldung bitte ich um frühzeitige Information über die für diesen Zweck zur Verfügung gestellte technische Schnittstelle.
  4. In welchem Büroräumen gedenkt ihr die mehreren tausend Experten unterzubringen, die sich auf die Bearbeitung der maschinell ausgewerteten und vorsortierten Angriffsversuche kümmern werden? Die Beantwortung dieser Frage spielt für meine Tätigkeiten als Admin eines kleinen, marginalen Servers, der einer von euch geplanten Meldepflicht Genüge tut, zwar keine Rolle, aber sollte sich bei eurer Antwort herausstellen, dass keinerlei Struktur zur Bearbeitung der gemeldeten Angriffe existiert, so würde ich mich schlicht weigern, einer dann sachlich vollständig sinnlos gewordenen Meldepflicht Genüge zu tun und rechnete mir gute Chancen für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit dieser Haltung vor den Verwaltungsgerichten aus.
  5. Ich erhalte auch Spam, die in vielen Fällen Schadsoftware im Anhang enthält, deren Zweck unter anderem die kriminelle Kompromittierung oder Ausschaltung von kritischer IT-Infrastruktur sein kann — etwa in der Errichtung von Botnetzen, die auch für DDoS-Attacken, Betrügereien der organisierten Internet-Kriminalität und verteilte Cracker-Angriffe mit verschleierten IP-Adressen verwendet werden. Eine Regel, um eine Kopie derartiger Spam an eine andere Adresse weiterzuleiten, ist für mich schnell geschrieben, und um das bisschen Konfiguration vom SpamAssassin kümmere ich mich gern selbst. Auf welche von der Europäischen Union zur Verfügung gestellte Mailadresse muss ich meine Spam weiterleiten und wie unmitelbar hat eine derartige Weiterleitung zu erfolgen, um eine schlagkräftige Verfolgung der so genannten „Cyberkriminalität“ zu gewährleisten?
  6. Muss ich das Fernmeldegeheimnis auch für automatisch erkannte Spam beachten, wenn die Trefferquote der Erkennung im Bereich von 99,5 Prozent liegt? Wenn ja, dann werde ich diese Kommunikation ebenfalls verschlüsseln müssen und bitte um die freundliche Zustellung eures öffentlichen Schlüssels.
  7. Was für ein Kraut habt ihr geraucht, als ihr diese Idee bekommen habt? Könnt ihr mir davon bitte etwas abgeben?

Ich freue mich auf die baldige Beantwortung dieser einfachen Fragen und verbleibe bis dahin

mit freundlichen Grüßen

als euer
Elias Schwerdtfeger
Kopfschüttelnder Admin eines klitzekleinen Serverchens


Der Alarmknopf-Jahresrückblick 2012

Es ist der zehnte Dezember; die großen politischen Parteien der BRD haben in obszön-lächerlichen Showveranstaltungen ihre Kanzlerkandidaten gekürt; die PR-Abteilungen dieser Parteien werden großen Wert darauf legen, dass sich ebendiese Parteien als ganz große Internetversteher vor die Augen der weniger Verständigen hinstellen können; die Journaille… sorry… die „Qualitätsjournalisten“ werden auch in der kommenden Zeit einen karnevalesken Artikel nach dem anderen schreiben, in dem sie das von ihnen gewünschte, „Leistungsschutzrecht“ genannte Standesrecht für Presseverleger (nein, nicht für die Urheber der Texte, die sollen weiterhin entrechtet, geknechtet und ausgebeutet werden.) als die größte demokratische Errungenschaft seit Einführung der allgemeinen, freien und geheimen Wahl hinstellen werden — kurz: In diesem Jahr kommt nicht mehr viel.

Das ist eine gute Gelegenheit, die technische Blindheit und den Bullshit des Jahres noch einmal am inneren Auge vorbeiziehen zu lassen. Deshalb hier der große und völlig alternativlose

Alarmknopf-Jahresrückblick 2012

in Form einer in diesem Blog erwähnten Auswahl von Texten, Reden, stümperhaften Propagandaversuchen und maximalen Erblindungen für technische Grundlagen, die es wert sind, dass man sich ihrer erinnert — wenns auch weh tut.

Januar

  • Ingo Egloff (SPD) vertrat allen Ernstes die Idee, dass man ein ausschließlich deutsches Problem am besten bewältigen kann, indem man eine europäische Lösung anstrebt.
  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Qualitätsjournalisten) hat von vielen Innovationen im Internet berichtet, zum Beispiel vom Schadprogramm im DNS, von der Internet-Polizei (ist das die Bedeutung des Kürzels „IP“, mag sich der Qualitätsjournalist gefragt haben) und von der „Schadstoffsoftware“.
  • Sven Kohlmeier (Datenschutzheini für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus) hat mal kurz erklärt, dass so ein Datenschutzausschuss gar nichts davon erfährt, wenn Polizeien systematisch und millionenfach Bewegungsdaten für die Ermittlung in einer Sachbeschädigung auswerten.
  • Eberhard Sinner (CSU) lässt nur noch die Frage offen, wie viele Dimensionen seine Inkompetenz hat.
  • Ansgar Heveling (CDU) ist bei seiner lyrischen Beschreibung der natürlichen Nutzung technischer Möglichkeiten eine Klasse für sich und hart an der Auszeichnung „Hohlniete des Jahres“ vorbeigeschrammt!

Februar

März

April

  • Michael Hartmann (SPD) will seine Zuhörer und Leser glauben machen, dass irgendwelche Filterskripten deutscher Geheimdienster hellsehen könnten und deshalb nur in Mails reinschauen, die bestimmte Wörter enthalten. Klingt ja auch viel besser als „anlasslose Überwachung des gesamten E-Mailverkehrs in der BRD“. Letzteres klänge doch sehr nach dem feuchten Traum eines Erich „Ich liebe euch doch alle“ Mielke.
  • Die Welt Online (Qualitätsjournalisten) behauptet, dass eine völlig legale Handlung ein Fall für Jugendschützer und Abmahnanvergewälte sei. Ist ja auch besser, als wenn Menschen einfach genau darüber informiert sind, welche Rechte und Pflichten sie haben. Besser für Leute, die von der Dummheit der Menschen leben, also für die hirnzersetzenden Kampagnenersinner der Contentindustrie.
  • Die Frankfurter Rundschau (inzwischen insolvente Qualitätsjournalisten) verstehen nicht den Unterschied zwischen der Ausbreitungsgeschwindigkeit von Informationen und der Datenrate bei einer Datenübertragung — und versuchen auf Grundlage dieser Blödheit in diesen abstrakten Physikdingen die besonderen Vorzüge von Glasfasernetzen zu erklären.
  • Focus Online (Qualitätsjournalisten) zitiert einen so genannten „Trendforscher“ namens Horst Opaschowski. Dieser hat in seinen Kaffeesatz geschaut und darin gelesen, dass das Internet die Kneipen kaputt macht, bitter, bitter…
  • Helmut Zerlett (vom Staatsrundfunk alimentierter „Künstler“) hat sich in einem hochnotpeinlichen Interview voller gezielter Lügen zum Mundstück der Contentindustrie gemacht.
  • Die Polizei in Stade hält sich eine Spezialexpertin für Internetkriminalität, und diese erzählt den Menschen, dass eine Antivirensoftware gegen Phishing-Mails hilft. Aber nur eine hochwertige…

Mai

Juni

  • Einundfünfzig Tatort-Autoren (mit Zwangsgebühren alimentierte „Künstler“) haben auf Grundlage ihres sicheren Einkommens bei der ARD die Gelegenheit genutzt, ihr Grundrecht [sic!] auf „Geistiges Eigentum“ einzufordern, weil sie ja so sehr von diesem bösen Raubnetz abgezogen werden.
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justizministerin, FDP) war so schelmisch und wollte die Menschen glauben machen, dass man aus einer IP-Adresse die Mailadresse eines Anschlussinhabers ermitteln könne, damit sie gar nicht erst das böse Wort „ladefähige Anschrift“ denken können.
  • Wolfgang Wieland (Bündnis 90 / Die Grünen log den Wählern von der Grünen-Website ins Gesicht, es dürfe keine Vorratsdatenspeicherung geben. Und sprach sich danach für das genaue Gegenteil aus.
  • Die SPD Nordrhein-Westfalen (politische Partei) droht ihren Unterstützern offen mit Abmahnungen, wenn sie nach der Wahl nicht das vor der Wahl für die Internetagitation bereitgestellte Wahlkampfmaterial wieder aus dem Internet entfernen.
  • Jörg Ziercke (Chef des Bundeskriminalamtes) hat uns erklärt, warum die NSU-Mörderbande so lange nicht gefasst wurde. Nicht etwa, weil es offene Kumpanei mit Polizeien und Inlandsgeheimdiensten der BRD und anschließend systematische Beweisvernichtung gab, sondern weil es noch keine anlasslose Totalüberwachung der Telefon- und Internetnutzung aller Menschen in der BRD gibt.

Juli

August

September

Oktober

  • Thorsten Feldmann (Medienanwalt) und die ihn zitierende Frankfurter Rundschau (inzwischen insolvente Qualitätsjournalisten) informieren ihre Leser so irreführend über das Urheberrecht, dass sich alle Abmahnkrähen der Bananenrepublik Abmahnistan nur darüber freuen können.
  • Die Süddeutsche Zeitung (Qualitätsjournalisten) schreckt in ihrer FUD-Kampagne gegen das Internet nicht einmal davor zurück, ihren Lesern Angst vor Monstern im Rechner zu machen.
  • Jan-Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen) hat pädagogisch wertvolle Vorstellungen von der Arbeit eines Streifenpolizisten, der im Internet auf Streife geht.
  • Die EU-Kommission stört sich daran, dass die Öffentlichkeit Kritik an den Plänen zur anlasslosen Totalüberwachtung der Menschen in der EU üben könnte und wollte deshalb mit Juratrollerei die Veröffentlichung von Dokumenten unterbinden.
  • Die Bundesrepublik Deutschland (Staatswesen) war der erste Staat, der die von Twitter eingerichtete Zensurschnittstelle für Staaten in Anspruch genommen hat. Nicht der Iran. Nicht Saudi-Arabien. Nicht Kuba. Nicht China. Die BRD!
  • Die Bundesregierung findet bewährte Verfahren zum Datenschutz so schlecht, dass sie diese in Zukunft kriminalisieren will.

November

  • Die Bildzeitung (Qualitätsjournalisten) hat ihren Lesern kurz erklärt, was eine Domain, was HTML und was Hypertext ist.
  • Volker Bouffier (CDU, hessischer Ministerpräsident) chattet sehr „preisgünstig“ mit seinen Untertanen. Das Geld anderer Leute gibt sich eben leichtherzig aus.
  • Florian Bernscheider (FDP) behauptet, dass die FDP dafür gesorgt hat, dass die Menschen in der BRD vor Abzockern im Internet effektiv geschützt sind. Er wird sich sicherlich darüber freuen, wenn man die fiesen, erpresserischen Briefe von Michael Burats Nullwertdiensten und der ausschließlich für Michael Burat tätigen Inkassokanzleien in Kopie an seine Adresse weiterleitet.
  • Angela Merkel (CDU, Bundeskanzler) meint, dass man im Internet nicht lesen könne.
  • Neelie Kroes (EU-Kommissarin) phantasiert ohne jede Grundlage und entgegen der recherchierbaren Fakten in eine Presse, die solchen Wahnwitz nur zu gern wiedergibt, dass cloud computing in kommenden Jahren zweieinhalb Millionen Arbeitsplätze schaffen werde, wenn die Menschen nur keine Bedenken mehr haben, ihre Daten ohne Not in fremde Hände zu geben.
  • Die ITU (UN-Organisation zur Regelung des Fernmeldewesens) hat unter Beweis gestellt, dass sie wahrlich alle Kenntnisse für eine Regelung des Internet hat — Helau!

Dezember

  • Die Welt (Qualitätsjournalisten) hat in einem beachtenswerten Leitartikel gezeigt, welchen Ton das Verlagswesen anzuschlagen gedenkt, um Stimmung für das Standesrecht namens „Leistungsschutzrecht“ zu machen.

Die Hohlniete des Jahres 2012

Hohlniete des Jahres 2012

Der Titel Hohlniete des Jahres 2012 geht aber an den ungarischen Präsidenten Áder János für seine revolutionären neuen Ideen, wie man dieses Internetdingens da im Browser auch für Blinde zugänglich machen kann. Dass da vor ihm noch niemand drauf gekommen ist!


Das Telefonbuch hat noch keinen Anruf angenommen

Doch ebenso, wie sich kritische Verbraucher immer mehr Gedanken darüber machen, unter welchen Bedingungen Kleidung genäht und Kaffee geerntet wird, sollten sie sich auch Gedanken über den Entstehungsprozess von Nachrichten machen. Google News hat jedenfalls noch keinen Minister gestürzt und keinen Unternehmensskandal aufgedeckt.

Kommentar von David Böcking auf Spiegel Online — Zeitungssterben: Fair Trade für die Schreiberlinge

Kommentar

Über den Rest in diesem Kommentar will ich mich gar nicht weiter auslassen. Nur eines: Vielleicht lernt Herr Böcking in seinem hohen Elfenbeinturm des „Qualitätsjournalismus“ ja noch, was der Unterschied ist zwischen einem Menschen, der einen Telefonanruf annimmt und einem Telefonbuch, dass diesen Menschen auffindbar macht. Dann wundert er sich auch nicht mehr darüber, dass das Telefonbuch nicht telefoniert. Oder den Unterschied zwischen einer Programmzeitschrift für das Fernsehen, welche das Auffinden gewünschter Sendungen für interessierte Zuschauer bequemer möglich macht und dem von Rundfunkanstalten ausgestrahlten Programm, so dass er sich auch nicht mehr darüber wundern muss, dass eine Fernsehzeitschrift kein Fernsehen macht. Obwohl diese beiden Vergleiche mit einer Websuchmaschine ein bisschen hinken, machen sie die brütende Idiotie in der oben zitierten Aussage deutlich.

Und übrigens sollte David Böcking als Kauffeder für die Propaganda der Freunde eines so genannten „Leistungsschutzrechtes“ dankbar dafür sein, dass Google bislang noch nicht auf die Idee gekommen ist, sein Angebot „Google News“ zu etwas anderem als einem Hilfsmittel zum Auffinden interessanter Inhalte zu machen. Die schlichte Vorstellung, dass Google selbst journalistisch tätig werden könnte — am Gelde für die Durststrecke zur Markteinführung mangelt es Google jedenfalls nicht, und an Journalisten, die den Totalbilligenteignungsausverkauf ihrer Arbeit durch BRD-Presseverleger gern gegen einen Job bei Google tauschen würden, wird es gewiss auch nicht mangeln — sollte Herrn Böcking und den anderen Menschen vergleichbarer Doofheit, die ihn für seine leserverblödenden Kommentare bezahlen, schnell klarmachen, dass es mit dem Zeitungssterben noch viel schneller gehen könnte, als selbst die Pessimisten befürchten. Im Gegensatz zur BRD-Journaille, die es in anderthalb Jahrzehnten Webgestrokel nicht geschafft hat, ein seriöses und tragfähiges Geschäftsmodell für den Zugang zum täglichen Textausfluss auf ihren Internetpräsenzen zu erarbeiten und jetzt, nach 15 Jahren kostenlos und freiwillig ins Web gestellten Angebotes, in erbärmlich-lächerlicher Tintenkleckserei von einer „Kostenloskultur“ flennt, hat die Unternehmung Google zumindest gezeigt, dass es ihr möglich ist, ein tragfähiges Geschäftsmodell für das Web zu entwickeln und den Menschen Nutzen zu bieten.

Diese sich ausbreitende Google-Monokultur durch weitere Diversifizierung Googles würde ich mir auch nicht wünschen. Sie wird jedoch kommen, wenn nicht ganz schnell ein paar Leute im Verlagswesen den schon lange schrillenden Wecker hören, der unüberhörbar das Wort „Internet“ schreit und aufwachen, statt weiterzuschlummern und zu versuchen, ihre Leser und Nutzer mit verblödenden Stellungnahmen und holzdummer Propaganda zu hypnotisieren.


ITU: Spezialexperten der Internetsicherheit

Die Internationale Fernmeldueunion hat ihr Blog auf wirksame Weise vor fremden Zugriffen abgesichert. Benutzername: Admin, Passwort: Admin — willkommen bei den Blindfischen!


Mit digitalem Sturmgewehr!

Tagtäglich dringen Hacker in Computersysteme ein und richten dabei Schäden in Milliardenhöhe an. Fachleute fordern deshalb einen industrieübergreifenden Schutzwall. Die Industrie will gar den Aufbau einer Art digitaler GSG9-Einheit

sueddeutsche.de — Schutz gegen Hackerangriffe: Neue Sicherheitsarchitektur gegen die Gefahren des Internets

Huch, das hat ja geplatscht


Kurzer Rückblick zur Twitter-Zensur

Die von Teilen der BRD-Presse beinahe durch die Bank verharmloste Einführung einer Zensurinfrastruktur durch Twitter hat jetzt, gut neun Monate später, ihre weltweit erste Anwendung gefunden.

Das von staatlichen Stellen gewünschte Verschwindenlassen von Inhalten auf Twitter geht in dieser ersten Anwendung von Twitters Zensurinfrastruktur nicht vom Iran, von Saudi-Arabien, Kuba, Russland oder der Volksrepublik China aus, sondern von Polizeibehörden der Bundesrepublik Deutschland.

Nicht, dass ich persönlich das recht braune Gezwitschere des „Besseren Hannover“ vermissen würde, aber Zensur bleibt Zensur. Die gibt es nicht in gut oder schlecht. Menschen mit einem nationalistischen, reaktionären und rassistischen Weltbild verschwinden nicht, wenn sie mit Zensurmaßnahmen aus der Sichtbarkeit des Internet entfernt werden, genau so wenig, wie der sexuelle Kindesmissbrauch durch Ursula von der Leyens Stoppschild-Träume für das Internet verschwunden wäre. Alles, was ein Rechtsstaat, der diesen Namen verdient, tun sollte, ist es, bestehende Gesetze anzuwenden und Straftaten zu verfolgen. Zur Idee der Meinungsäußerungsfreiheit gehört es (ich denke da manchmal so etwas wie „leider“) auch, dass auch Meinungen vernehmbar werden, die anders sind als die meinige oder die sogar erbärmlich dumm sind (dieses ganze Blog ist eine Sammlung oft unsäglich dummer Meinungsäußerungen von Politikern und Journalisten). Strafbar sind dumme oder andere Meinungen (ja, ich sage da schon wieder: „oft leider“) nicht, wenn das Wort „Meinungsäußerungsfreiheit“ irgendeine Bedeutung behalten soll. Strafbar sind in gesetzlich entsprechend geregelten Fällen Aufforderungen zu Straftaten, und diese können sehr wohl verfolgt werden. Selbst in solchen Fällen erweist sich allerdings das Mittel einer Internetzensur als kontraproduktiv, wenn auch der niedersächsiche Innenminister Uwe Schünemann in seiner Parallelwelt dazu eine etwas andere und recht dumme Meinung hat:

Niedersachens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nannte die Sperrung des Twitter-Accounts in einer Stellungnahme „einen ganz wichtigen Schritt.“

Worin der konkrete Vorteil für polizeiliche Arbeit und Strafverfolgung liegen soll, wenn Äußerungen in eine Unsichtbarkeit gedrückt werden, die auch Strafanzeigen verhindert, bleibt bei diesem „ganz wichtigen Schritt“ allerdings das Geheimnis des bekannten niedersächsischen Hardliners, Antidemokraten und Freiheitsverachters. Welche Schritte er im Folgenden wohl gehen will, ist da schon deutlich klarer.

Dass die erste Nutzung einer von Twitter eingerichteten Zensurmöglichkeit für staatliche Stellen von der Bundesrepublik Deutschland ausgegangen ist, ist als Zeichen bemerkenswert. Es ist also wert, dass man es bemerkt und sich merkt. Damit man sich daran erinnere, wenn in Sonntagsreden vom Fortschritt, von der Freiheit, von den Bürgerrechten und von der Innovation blahfaselt wird.

Disclaimer: Nein, ich bin kein Nazi. Ich bin Anarchist. Mein Leben wird motiviert durch die Utopie eines Miteinanders, in dem Menschen so sehr selbstverantwortlich leben, dass Herrschaft als institutionalisierte Gewalt eines Teils der Gesellschaft gegen die Menschen in der gesamten Gesellschaft obsolet wird. Diese Utopie steht die gegenwärtige reale Dystopie eines immer mehr in das Leben der Menschen eingreifenden Staates gegenüber. Nein, ich benutze Worte wie „rechts“ oder „links“ nicht, weil ich das Parlament, aus dessen Sitzordnung solche Bezeichungen kommen, für etwas halte, was einmal überwunden werden muss und weil diese Worte jenseits der politischen Relativität keine Bedeutung haben. Ja, ich rede mit Nazis, wenn dies möglich ist. (In der Gruppendynamik einer Horde ist dies regelmäßig unmöglich, weil sie Menschen barbarisiert.) Ja, ich rede auch mit Nazis, die sich selbst nicht mit diesem Wort bezeichnen würden, die ich aber mit diesem Wort bezeichne. Ja, ich halte Nazis für Menschen, wenn sie auch auf einer unversöhnlichen Gegenposition zu allem stehen, wofür ich lebe. Und nein, ich glaube nicht, dass sich jemand hingesetzt und gesagt hat „Ich will jetzt ein böser, dummer Nazi werden“, sondern ich glaube, dass jeder Mensch zu einem erheblichen Teil das Produkt von Erfahrungen, Zwängen, Ängsten und seiner sozialen Bedingtheit geworden ist. Und nein, ich glaube nicht, dass sich das Problem der rassistisch und politisch motivierten Gewalt auflöst, wenn Nazis in einer Art sozialen Ghetto konzentriert und sich selbst überlassen werden, sondern ich glaube, dass es sich ganz im Gegenteil noch verschärfen wird. Von daher halte ich Zensur für falsch, und Auseinandersetzung für richtig. Ende meiner kurzen Standortbestimmung.


Uli Hoeneß erkennt das ganze Problem

Das Problem ist dieses alberne Internet, das macht alles kaputt

Ulrich (Uli) Hoeneß, Präsident des FC Bayern München

Ohne Worte.


Für @HanneloreKraft vor allem ein Reklamemedium

Dies ist nur eine kurze Anmerkung zur Twitter-Nutzung der Frau Hannelore Kraft, SPD, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen — nicht, dass in den kommenden Monaten jemand zu glauben beginnt, dass es bei der Webnutzung von Mitgliedern der classe politique um ein von Innen kommendes Verlangen nach menschlicher Kommunikation gehe und nicht um Wahlwerbung und alle damit verbundene Lüge und Niedertracht.

So hat Hannelore Kraft getwittert, als kein Gedanke an Wahlkampf im Raume stand:

In zwei Monaten sieben klägliche Fiepser. Offenbar hat das Büro der Frau Ministerpräsidentin außerhalb der Wahlkampfzeiten besseres zu tun, als den Stummeltextdienst „Twitter“ zu befüllen.

Und so twittert Hannelore Kraft, seit durch die Nominierung von Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl der Wahlkampf (sehr vorzeitig) eröffnet wurde und sich durch den laufenden Parteitag der SPD mediale Aufmerksamkeit regt:

Eine regelmäßige Nutzung, wenn auch nichts Substanzielles und menschlich Wertvolles mitgeteilt wird, sondern nur Personenkult-Reklame für Peer Steinbrück und Ergebnisse des laufenden Parteitages.

Wer will, kann sich gern das (beinahe immer von irgendwelchen PR-Mitarbeitern stammende) Gezwitscher von Mitgliedern der classe politique in seine Twitter-Timeline holen, das mich persönlich immer deutlich an den Meldungston der Aktuellen Kamera erinnert. Wer das Internet aber als ein Netzwerk von Computern versteht, dessen nützliche Funktion es ist, Menschen zueinander zu bringen, wird sicherlich Erfreulicheres mit seiner begrenzten Zeit und Aufmerksamkeit anzufangen wissen.

Dank für den Hinweis an @KarlOtto3


Rückblick: 0zapftis

Ein kleiner Rückblick:

So entledigte sich Dr. Hans-Peter Uhl, CSU, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestage am Nachmittag des 19. Oktobers 2011 der Aufgabe, in einer Aktuellen Stunde des Deutschen Bundestages den Einsatz einer in staatlichem Auftrag programmierten und von Polizeien der Bundesrepublik Deutschland eingesetzten Schadsoftware zu rechtfertigen¹.

Die von Herrn Uhl angesprochene Überprüfung dieser Vorgehensweise sieht — wie vom bayerischen Datenschützer Thomas Petri heute veröffentlicht — so aus:

  • In nicht einem Fall ging es um die Abwehr terroristischer Gefahren oder Aufklärung terroristischer Verbrechen. Dieser Anwendungsfall wurde bis zur Veröffentlichung des Trojaner-Codes in der politischen „Kommunikation“ immer ganz besonders herausgehoben. Diese „Kleinigkeit“ sollte jedem eine Hilfe dabei sein, die zukünftige politische „Kommunikation“ besser beurteilen zu können.
  • Der Einsatz der Überwachungssoftware wurde nicht ausreichend dokumentiert, so dass die Abläufe im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar sind.
  • In einem Fünftel der Fälle wurde die Software trotz fehlender richterlicher Anordnung in einer Form verwendet, die es ermöglichte, Screenshots des Browserfensters zu machen, in einem Zehntel der Fälle waren sogar Screenshots des gesamten Bildschirmes möglich.
  • In der Hälfte der Fälle haben Polizeien komplette Listen installierter Software ausgelesen, also nicht Telefonie abgehört, wie es die Abk. TKÜ erwarten lässt, sondern klandestin lesend auf das Dateisystem der Rechner überwachter Menschen zugegriffen, was einer vom BVerfG explizit verbotenen Online-Durchsuchung gleichkommt. Dies natürlich ohne eine Anordnung.
  • Die über die staatliche Schadsoftware gesammelten Informationen gingen über ausländische Server, die nicht dem Recht der Bundesrepublik Deutschland unterlagen.
  • Die Nutzung der Überwachungskonsole ist über einen Zeitraum von gut zwei Jahren hinweg nicht protokolliert worden.
  • Kein Vertreter einer Polizeibehörde hat den Quellcode der staatlichen Schadsoftware einsehen können.
  • In einigen Fällen (wieviele?) wurde die staatlich installierte Schadsoftware nach Beendigung der Überwachung nicht deinstalliert. Angesichts der Tatsache, dass diese staatliche Schadsoftware Sicherheitslöcher von so großem Ausmaß hatte, dass einem damit verseuchter Computer beliebige Dateien aufgespielt und darauf ausgeführt werden konnten, ist das besonders verantwortungslos und gefährlich. In anderen Fällen wurde der Erfolg der Deinstallation nicht überprüft. In keinem Fall wurden die Betroffenen einer solchen Überwachung durch staatliche Schadsoftware ausreichend über den Vorgang informiert, so dass sie nicht selbst Vorkehrungen zur Sicherung ihres persönlich oder gewerblich genutzten Rechners treffen konnten.

Eine solche Auflistung durch einen Datenschützer, der…

Die Quellen-TKÜ sei ein Verfahren, das erst am Anfang seiner Zweckmäßigekeit stehe und müsse verbessert werden

…dem Verfahren an sich nicht einmal abgeneigt ist, entlarvt die von Hans-Peter Uhl gehaltene Büttenrede auch für stumpfere Geister als die beleidigende, parlaments- und volksverachtende Unverschämtheit, die sie immer schon war.

Dass der Herr Datenschützer, der Schadsoftware auf Computern an sich gar nicht weiter schlimm findet, nicht wusste oder für seinen Bericht nicht wissen wollte, warum eine Verschlüsselung von Bildern wie Screenshots im ECB-Modus auch vor zehn Jahren schon als ausgesprochen schwach galt, ist übrigens sehr peinlich. Denn solche Kleinigkeiten sind für seinen Job wirklich wichtig, und an einem derartigen Bericht sollte doch jemand mit einem kleinen Funken Kompetenz mitschreiben.

¹Hier ein Direktlink auf YouTube.


Für Propaganda ja, aber sonst brauch ichs nicht

Twitter ist für mich ein Teil meiner Arbeit, ein schöner Teil auch — aber privat wüsste ich nicht, was ich mitteilen sollte

Steffen Seibert, Regierungssprecher


Was ist ein Domainname?

Die Antwort auf diese Frage gaben Bungartz & Kreutzer, Patentanwälte im April 2002 auf ihrer Website:

Eigentlich kein gewerbliches Schutzrecht, jedoch wird die Reservierung des Domain-Namens im Internet immer wichtiger. Die Reservierung erfolgt entweder automatisch durch Aufnahme der Benutzung über einen Provider oder durch eigene Reservierung für eine künftige Benutzung. Voraussetzung ist derzeit eine sogenannte DNS-Nummer, also eine Adresse eines physikalischen Speicherplatzes im Internet, unter dem beispielsweise ein Baustellen-Symbol abgelegt sein kann.

Wer eine Stunde Zeit und einen robusten Schädel (oder eine Familienpackung Kopfschmerztabletten hat), kann noch viel mehr von diesen grandiosen Erklärungen lesen: DAUFAQ — Juristen erklären das Internet