Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

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Web, Dein neuer Name sei Yahoo!

Scan einer DPA-Meldung mit dem hervorgehobenen Text: Yahoo betreibt bereits unter anderem Google und Facebook

DPA-Qualitätsjournalismus. Ohne Worte. | Quelle des Scans

Eine “Pflicht”

Die Kontrolle der Eltern sei auch eine Pflicht, um zu verhindern, dass diese [die Kinder, meine Anmerkung] sich Dateien herunterladen, die nicht erlaubt oder kostenpflichtig seien

Elmar Esseln, Kriminalhauptkommissar, Spezialexperte für Kinderschutz im Internet
Indirekt zitiert nach Heise Online

Kurzkommentar

Urteil des Bundesgerichtshofes vom 15. November 2012, Aktenzeichen I ZR 74/12

(Ein auf das Fachgebiet spezialisierter Polizeibeamter — also Gehilfe der Staatsanwaltschaft — der nicht einmal die geltende Rechtsprechung zum Thema Filesharing kennt und stattdessen in Richtung der Eltern jede Menge Furcht, Unsicherheit und Zweifel in Presseerklärungen ausstreut, auf dass die totale Internet-Überwachung schon von der Familie her gewohnt sei, wird von mir “Spezialexperte” genannt. Verzeihen sie bitte, Herr Kriminalhauptkommissar. Hätten sie sich nur über Pädophile ausgelassen, hätte ich ihnen diesen Spott erspart und über einige kleinere Bullshit-Äußerungen mit Verständnis hinweggesehen.)

Kindklick

Es kann nicht sein, dass Erwachsene mit ein paar Klicks zu Kindern werden

Boris Rhein, CDU, Hessischer Staatsminister für Inneres und Sport
Zitiert nach Heise Online

Kein Kommentar

Tatmittel Internet

Strafverfolger registrierten demnach 229.408 Fälle von Kriminalität “unter Nutzung des Tatmittels Internet”, wozu vor allem Betrugsdelikte zählen. 2011 waren es noch 222.267

Heise Online — Polizeiliche Kriminalstatistik: Internetstraftaten und Computerkriminalität nehmen zu

Kommentar

Es gibt schon seit Jahren in der polizeilichen Kriminalstatistik eine Zusammenfassung und Zusammenbetrachtung verschiedener Delikte, bei denen das “Tatmittel Internet” irgendwie genutzt wird; und die so erzeugte Kategorie wird jedes Jahr hochoffiziell polizeilich und in die gebieterische Autorität peniblen Zählens eingekleidet als Zahl genannt; diese Zahl wird über die Jahre verfolgt und bei sich bietender Gelegenheit zur “sachlichen” Grundlage von politischen Forderungen gemacht, die sich dann selbstverständlich gegen das Internet richten, gegen dieses “Tatmittel”, das man gar nicht genug kriminalisieren, überwachen, begrenzen und bekämpfen kann, wenn man nur diese Zahlen sieht.

Zumindest mich würden an dieser Stelle einmal die Zahlen für das “Tatmittel Telefon”, das “Tatmittel Postwurfsendung” oder das “Tatmittel Auto” interessieren, bitte genau so bunt und damit nichtssagend zusammengefasst, wie dies jedes Jahr von der Polizei im Auftrage des Bundesinnenminsteriums fürs Internet praktiziert wird, und bitte auch als Grundlage für spätere politische Forderungen. Ach, gibt es nicht? Das wird von niemanden so erfasst? Daran hat niemand Interesse? Warum wohl nicht…

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst… ach, ihr wisst schon. :mrgreen:

Ganz spezielle Spezialprogramme

Zahllose ausgediente Handys, Laptops und Computer landen jedes Jahr im Müll, werden weiter verkauft oder verschenkt. Und mit Ihnen nicht selten auch die ganz persönlichen Daten der Nutzer. So gelangen zum Beispiel Fotos, Bewerbungsunterlagen, Briefe oder auch sehr sensible Daten wie Passwörter in die Hände von Fremden. Denn um Daten zuverlässig zu löschen sind oft Spezialprogramme nötig

Was auf dem Computer nicht mehr gebraucht wird, landet im virtuellen Papierkorb des Rechners. Wird der geleert, sind die Daten verschwunden. Wirklich gelöscht sind sie damit aber nicht, sondern einfach nur oberflächlich nicht mehr sichtbar. Wer es drauf anlegt, kann so gelöschte Daten ganz einfach mit Hilfsprogrammen wieder ans Tageslicht holen. Rechner, die entsorgt oder weitergegeben werden, sollten deshalb vorher mit spezieller Software bearbeitet werden. Wie das funktioniert, erfahren Sie im großen Yahoo!-Ratgeber “So löschen Sie Daten zuverlässig”

Yahoo — “PC, Handy und Internet: Daten richtig löschen” von “Max Klüger”
Hervorhebungen aus dem Original

Kurzkommentar

In der Tat, um einen Datenträger richtig platt zu machen, reicht es nicht, die Dateien einfach nur zu löschen. Dabei wird nämlich nur der Verzeichniseintrag entfernt, während die Daten auf dem Datenträger bleiben.

Wer Lust hat, Yahoo dafür zu bezahlen, kann dann auch erfahren, für welche ganz spezielle Spezialsoftware er sein Geld ausgeben soll, um die Platte vorm Wegwerfen oder Weitergeben richtig zu löschen. Das frei verfügbare dd aus dem Unix-Neolithikum wird wird wohl nicht zu den Empfehlungen gehören, obwohl ein Hochfahren eines Live-Linux und ein schnell mit root-Rechten an der Kommandozeile getipptes¹…

# dd if=/dev/urandom of=/dev/sda bs=16M

…diese Kleinigkeit erledigt, indem die gesamte Festplatte mit Zufallsbytes überschrieben wird. (Natürlich ohne mit einer Warnung zu nerven, deshalb vorher noch mal nachschauen, ob dort auch wirklich das richtige Device angegeben wurde…) Je nach Größe der Festplatte kann das natürlich ein bisschen dauern.

Ich werde jetzt kein Geld dafür ausgeben, den gesamten Yahoo-Text lesen zu “dürfen”, wenn schon der Anriss wie ein geistloses technodadaistisches Gestammel formuliert ist², aber ich wette darauf, dass dort in typischer redaktioneller Schleichwerbung ein kommerzielles Produkt angeboten wird, das auch keine andere Leistung vollbringen kann.

¹Dieses # ist der Prompt, keine Eingabe

²Ich würde einen höheren Betrag darauf wetten, dass der Text algorithmisch erzeugt wurde, dass er also von einer Software geschrieben wurde. Kein Mensch würde so einen schlechten Text schreiben, der das Plattmachen von Festplatten, das Löschen von Cookies, das Abmelden von Webdiensten und die besten Lampen unter einem Hut zu bringen sucht.

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