Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Ohrfeige

In dem Fall ging es um 15 Musiktitel, die der damals 13 Jahre alte Sohn eines Chefarztes illegal aus dem Netz geladen und auch anderen Internetnutzern zur Verfügung gestellt hatte (Filesharing). Für diese Verletzung des Urheberrechts verlangten vier Musikunternehmen Schadensersatz und den Ersatz von Abmahnkosten in Höhe von insgesamt 5400 Euro.

Das Oberlandesgericht Köln hatte noch entschieden, dass sich Eltern in solchen Fällen nicht auf Unkenntnis berufen können und zu wirksamen Kontrollen verpflichtet sind. Der Fall werfe „ein grelles Licht“, darauf, dass für viele Eltern der Begriff Erziehungsaufgabe zu einem Fremdwort geworden sei, beklagte der Rechtsvertreter der Musikindustrie nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der mündlichen Verhandlung vor dem Karlsruher Bundesgericht. Während früher „auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet“ habe, würden Kinder heute an freier Leine laufen gelassen.

Frankfurter Allgemeine — Musiktausch im Internet: Eltern haften nicht für Raubkopien ihrer Kinder

Kurzkommentar

Und die zitierte Einlassung des namentlich leider unerwähnten Rechtsvertreters der Musikindustrie wirft ein grelles Licht auf die plumpe, barbarische und fern jedes Rechtsbegriffes liegende Gewalt, Willkür und mittelalterliche Gutsherrenart, mit der ebendiese Musikindustrie am liebsten die Menschen behandeln würde, die eine nicht-lizenzierte Kopie angefertigt haben. Bei Menschen, die nicht wie ein Chefarzt die finanziellen Mittel haben, sich juristisch gegen diese plumpe, barbarische, willkürliche und außerhalb des Rechts stehende Gewalt zur Wehr zu setzen, kommt die Musikindustrie (und jeder andere Ableger der Contentindustrie) damit leider auch durch.

Eine Antwort

  1. Tja liebe Musikindustrie, es gab auch mal eine Zeit ohne Internet. Ich kann mich da noch sehr gut dran erinnern. Aber Kopien gab es trotzdem genauso. Nämlich auf Musikkassetten. Und diese wurden ebenso untereinander ausgetauscht.
    Ich wage sogar zu behaupten, daß diese Kopien dazu beitrugen, die Künstler bekannter zu machen, und somit mehr Ertrag in Eure Kassen erwirtschaftete. Würde die Möglichkeit der Kopie nicht existieren, würde sich die Mehrheit der Hörer dieser Kopien, das Original trotzdem nicht kaufen.
    Ich bin für „Freie Musik“, darum wünsche ich Euch allesamt den Konkurs. in Zeiten von Internet braucht Euch keiner mehr. Die Künstler selber haben sowieso am wenigsten von einem Vertrag mit Euch.
    Ich mach auch manchmal Musik, die kann jeder FREI hören, wenn er das möchte!

    17. November 2012 um 20:23

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