Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Die richtige Antwort: E-Mail-Porto

De-Mail ist nach Ansicht des Telekom-Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme die richtige Antwort auf die Unzulänglichkeiten der E-Mail. Diese werde mitgelesen, gefälscht, mit Werbespam geflutet und sei, wenn sie sicher mit Verschlüsselung arbeiten soll, alles andere als trivial. Die einfache, für Privatkunden „weitgehend kostenfreie“ De-Mail werde alles grundlegend ändern.

Heise Online — Deutsche Telekom: De-Mail geht zur IFA in Betrieb

Ganz kurz nur zu diesen offenen Reklamelügen

Dieses „weitgehend kostenfrei“ ist Reklamesprech für „kostenpflichtig mit 39 Cent pro versandter De-Mail“.

Gegen das Mitlesen und Fälschen von E-Mail (die ja über einen offenen Kanal transportiert wird) gibt es seit Anfang der Neunziger Jahre PGP — woraus inzwischen ein Quasistandard des Internet geworden ist. Was von Leuten zu halten ist, die im verlogenen Reklameton ins Mikrofon sprechen und dabei andeuten, dass so etwas wie „Sicherheit“ in der Internet-Kommunikation „trivial“ werden kann, gehört zu den Dingen, die sich jeder Mensch, der auch nur für 39 Cent Gehirn hat, selbst denken kann. Wer sich damit begnügt, dass Kryptografie und digitale Signatur für E-Mail „nur“ benutzerfreundlich sind, wird sich allerdings über eine Menge fertiger, moderner Software freuen, wenn Kryptographie-Funktionen nicht gleich standardmäßig in den E-Mail-Client eingebaut wurden.

Aber das kann der Lügner von den Deutschen Telekomikern ja unmöglich erzählen, denn es kostet keinen Pfennig Geld, ist unabhängig von der zentralen Infrastruktur der Deutschen Telekom, ermöglicht nicht das bequeme Mitlesen der Kommunikation durch Inlandsgeheimdienste und Polizeien und macht es auch nicht möglich, ein Porto für E-Mail einzuführen. Dafür ist es bequemer. Das ist die Wahrheit¹. Wer Lügen hören will, muss schon zur IFA gehen und sich von den Reklameheinis der Deutschen Telekom anlügen lassen.

¹Ich weiß, wovon ich rede, denn ich benutze beinahe jeden Tag den Thunderbird mit EnigMail-Erweiterung. Es ist übrigens auch leicht möglich, einem Nur-Anwender die Benutzung von EnigMail zu vermitteln; und auch das habe ich schon mehrfach getan.

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