Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Wer steht denn da direkt am Tatort?

Wie überhaupt der ganze Diskurs über das Netz und seine User einen hohen Ton an­schlägt und damit die Banalität von Rechtsverstößen kaschiert oder gar zum Frei­heitsakt hochjazzt. Die Grundrechte der Urheber bzw. der von ihnen beauftragten Rechteinhaber aber werden dagegen marginalisiert: Zum Beispiel das Grundrecht auf geistiges Eigentum.

Aus dem Offenen Brief von 51 Tatort-Autoren an die „lieben Grünen, lieben Piraten, lieben Linken und die liebe Netzgemeinde“

Ganz kurz nur…

…um diese großtönenden Worte ein wenig zu relativieren, sei hier verlinkt, wie ausgerechnet im Rahmen der Tatort-Produktion in mindestens einem Fall mit Immaterialgüterrechten umgegangen wird. Die Aufklärung, aus welcher Quelle die Tatort-Macher das Werk bezogen haben, gibt es im Beitrag von joerg-s. Wir brauchen ein Bild für diese Szene mit dem Overheadprojektor, haben sich die Macher gesagt, und dann haben sie ihren Browser aufgemacht, Googles Bildsuche verwendet und einfach einen der ersten Treffer genommen und nach trivialer (und übrigens für einen Schaltplan auch technisch falscher) Nachbearbeitung verwendet. Nicht aus Freude am Teilen, sondern um ein Geschäft damit zu machen, also Geld zu verdienen.

So, und nach diesem kleinen Hinweis möchte ich, der ich weder grün, noch Pirat, noch links und schon gar nicht Mitglied irgendeiner Gemeinde bin, den einundfünfzig Propagandagehilfen Tatort-Autoren nur eines erwidern: Wenn ihr mit einem Finger auf andere zeigt, weisen drei Finger auf euch selbst zurück. Eine Antwort in Form eines offenen Briefes ist da gar nicht nötig, und sie wäre übrigens auch eine Verschwendung beschränkter Lebenszeit. Das von euch für den Rest der Welt als Getränk angebotene Wasser steht deutlich genug im Widerspruch zum von euch gesoffenen Weine, um seine eigene und allgemein verständliche Sprache zu sprechen.

Oder anders gesagt, ihr wenig lieben mit GEZ-Zwangsgebühren Alimentierten, Staatsfernsehabhängigen und Mitglieder der heiligen Kirche der totalen Volksentrechtung und Kulturvermarktung unter dem wehenden Banner des „geistigen Eigentums“ namens Urs Aebersold, Feo Aladag, Miguel Alexandre, Friedrich Ani, Knut Boeser, Katrin Bühlig, Fred Breinersdorfer, Leonie-Claire Breinersdorfer, Stefan Cantz + Jan Hinter, Orkun Ertener, Christoph Fromm, Klaus Gietinger, Axel Götz, Dinah Marte Golch, Jochen Greve, Harry Göckeritz, Michael Gutmann, Peter Hemmer, Peter Henning, Felix Huby, Stefanie Kremser, Wolfgang Limmer, Petra Lüschow, Daniela Mohr, Martina Mouchot, Clemens Murath, Carolin Otto, Henriette Piper, Claudia Prietzel, Peter Probst, Gerhard J. Rekel, Pim G. Richter, Johannes Rotter, Heike Rübbert, Peter Scheibler, Hartmann Schmige, Holger Karsten Schmidt, Simone Schneider, Susanne Schneider, Dorothee Schön, Thomas Schwank, Xaõ Seffcheque, Markus Stromiedel, Uwe Wilhelm, Michael Wogh, Daniel Wolf, Gerlinde Wolf, Eva Zahn, Volker A. Zahn, Peter Zingler: Ihr widert mich an und ihr könnt mich mal am Arsche lecken! Und vermutlich nicht nur mich.

Advertisements

2 Antworten

  1. Pingback: Der Alarmknopf-Jahresrückblick 2012 « Alarmknopf

  2. Der ganze Aufruf ist ohnehin albern, weil kein Mensch bei Verstand einen Tatort „illegal“ runterlädt. Die Tatort-Schaffenden profitieren davon, dass es im TV-Bereich praktisch eine Kulturflatrate gibt, ein Tatort-Rezipient kann sie also gar nicht „bestehlen“. Und genau das könnte man für die anderen Kulturgüter mit einer Flatrate auch einführen. So viel „Kriminalität“ mit einem Federstrich verhindern, das wäre doch was!

    7. April 2013 um 16:49

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s