Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

H@uptdroge

Suchtbericht: Internet wird zur Hauptdroge der deutschen Jugend - Internet ist die größte Suchtgefahr für Jugendliche. Während sie immer seltener zur Zigarette greifen, werden zugleich immer mehr 14- bis 24-Jährige abhängig vom Netz. Das zeigt der aktuelle Drogen- und Suchtberichts. Zugleich werden Geldautomatenspiele für viele junge Männer zum Problem.

Übrigens, „Der Westen“, sind noch mehr 14- bis 24-Jährige von Trinkwasser und einem menschengerechten sozialen Umfeld abhängig, was ihr wohl kaum als „Sucht“ bezeichnen würdet. Die häufige Beschädigung des Letzteren unter dem wehenden Banner der „Mobilität“ und „Flexibilität“ ist wohl so manches Mal auch der Grund dafür, dass es zu einer gefühlten „Abhängigkeit“ vom Internet kommt. Diese bequeme „qualitätsjournalistische“ Idiotie im Spannungsfeld der Begriffe „Sucht“ und „Abhängigkeit“ sei euch gern einmal gegönnt, zumal sie sich ja auch in diesem Kontext gut dazu eignet, wieder einmal mehr Furcht, Unsicherheit und Zweifel in Bezug auf das Internet zu sähen. Ihr brauchtet dafür ja auch nur schnell und ohne nennenswerte eigene Tätigkeit eine Presseerklärung abzuschreiben, und schon hattet ihr „euren“ Artikel — den kleinen Patzer mit dem übriggebliebenen Genitiv beim Umformulieren werdet ihr auch noch fixen. Und dann noch schnell das gnadenlos dumme Symbolbild drüberkleben, und fertig ist ein weiterer Auswurf des „Qualitätsjournalismus“.

Die vielen anderen Suchtprobleme, die in eurem Artikel immerhin breit erwähnt werden, sind euch bei eurem sehr durchschaubaren Angstmachen vorm Internet weder eine Erwähnung im Titel wert, noch führen sie zu einem entsprechenden Symbolbild — obwohl sich Alkoholmissbrauch, Tabakkonsum und unkontrolliertes Spiel an Geldspielgeräten allesamt wesentlich leichter und trefflicher verbildlichen lassen. Damit auch jeder aufmerksame Leser bemerkt, um was es euch bei „Der Westen“ mit eurem hirnfickenden Artikel wirklich geht. Nämlich um die trefflich vor Leser-, Lehrer- und Elternaugen hingestellte GRÖSSTE SUCHTGEFAHR für Jugendliche, das INTERNET.

Komisch, als ich noch jung war, haben beinahe alle Jugendlichen jeden Tag Stunden vor der Glotze verbracht. Ohne dass deshalb in der Journaille — dieser Artikel ist wahrlich nicht der einzige — von Suchtgefahren gefaselt wurde…

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2 Antworten

  1. penguinized

    Das Fernsehen erlaubt ja auch keine wirkliche Auswahl der Informationen oder gar Beteiligung und kritisches Denken. Von daher geht die Gefahr wirklich vom Internet aus.

    23. Mai 2012 um 10:59

  2. Und die sind süchtig danach hysterische Artikel über angebliche Süchte zu verfassen. Nur Angstmenschen fallen auf solche emotionalen Appelle herein.

    15. Juli 2012 um 04:55

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