Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Es hat Zukunft, ich hab Angst

Erstens: Das Internet gehört kaum zu meiner Welt. Zweitens: Ich empfinde es als bedrohlich. Und drittens: Es hat Zukunft.

Helmut Schmidt, SPD, ehemaliger Bundeskanzler

Kommentar

Vor allem, Herr Schmidt, vor allem und ganz unmittelbar erfahrbar hat es Gegenwart, dieses Internetdingens, über das sie reden, obwohls nicht zu „ihrer Welt“ gehört. Das Reden über etwas, von dem sie nichts verstehen, das haben sie freilich genau so mit ihren jüngeren und politisch aktiven Kollegen gemeinsam wie ihre aus der Unkenntnis stammende Angst vor diesem Etwas, das sie nicht verstehen. Und dass die Grenzen ihres Verständnisses für sie eine „Welt“ formen, ist ebenfalls sehr gewöhnlich für Mitglieder der classe politique; viele gehen sogar so weit, dass sie die reale Welt mit allen ihren Erscheinungen mit aller Staats-Gewalt an die Beschränktheit ihres eigenen Denkens und Verstehens anpassen wollen, egal, was dabei zu Bruch geht. Auch die Bretter, die man vorm Kopf hat, können die Welt bedeuten — aber sie sollten niemals „die Welt“ für alle anderen Menschen werden.

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Eine Antwort

  1. Schmidtrespektierer

    Der „Kommentar“ klingt negativ, dabei sagt Schmidt für sich, was vermutlich für sehr viele Politiker zutrifft, die andauernd über das Internet sprechen.

    Anstatt also zu schimpfen, sollte man Herrn Schmidt dafür loben, daß er Ängste und damit auch Irrationalität bei diesem Thema zugibt. Ehrlicher geht es nicht.

    19. April 2012 um 18:33

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