Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Wie das Klauen im Laden

Klauen ist klauen, ganz egal, ob im Laden oder im Internet

Sigmar Gabriel, Parteivorsitzender der SPD

Kurzkommentar

Und kopieren ist kopieren, ganz egal, ob im Laden oder im Internet, Herr Gabriel. Wenn ich im Laden einfach einen Sack Kartoffeln kopiere, hat der Ladeninhaber noch seinen Sack Kartoffeln, und ich muss auch nicht Hungers leiden. Eine wunderbare Lösung für das ganze Welthungerproblem. Leider geht das Kopieren im Laden nicht, genau so wenig, wie das „Klauen“ im Internet geht.

Oder wollen sie jetzt unbeleckt von auch nur der kleinsten Spur technischer Ahnung jeden Kopiervorgang als Diebstahl betrachten? Da können sie das Internet auch gleich abschalten, denn es würde ohne die ständige Anfertigung von Kopien gar nicht funktionieren. Und wenn sie einmal hören möchten, welche Fallstricke unter den Bedingungen des derzeitigen Urheberrechtes noch mit der einfachsten und natürlichsten Techniknutzung verbunden sind, dann fragen sie doch bitte einmal ihren Kollegen Sebastian Edathy aus dem Rechtsausschuss. Aber wundern sie sich nicht, wenn er ihnen anempfiehlt, ihn am Arsche zu lecken.

Nachtrag 15. Februar, 2:55 Uhr

Nicht nur, dass nichts verschwindet und folglich auch nichts geklaut wird, gemäß einer aktuellen wirtschaftswissenschaftlichen Studie ist für die Filmindustrie kein wirtschaftlicher Schaden durch nicht-lizenzierte Kopien in den USA feststellbar. Allerdings gibt es außerhalb der USA einen Schaden in der Größenordnung von sieben Prozent, der vor allem solche Filme betrifft, die nur mit großer Verzögerung gegenüber der Veröffentlichung in den USA legal erhältlich sind. Oder anders gesagt: Die von der Filmindustrie halluzierten Verluste sind reine Propaganda, die bei Betrachtung der Fakten erheblich relativiert werden muss — und es würde mich nicht überraschen, wenn sich für die Musikverleger etwas Ähnliches ergibt.

5 Antworten

  1. rainer

    dem haben sie wohl das Gehirn geklaut…….ach nee, geht ja gar nicht….dann hätte man ja Scheisse an den Fingern

    15. Februar 2012 um 14:31

  2. Bio

    Zum Nachtrag:
    Das nennt sich Verwertungskette.
    Nur. Heut‘ zu Tage ist es doch mittlerweile schon so, dass sie sich mit ihrer eigenen dummen Verzögerung selbst ins Fleisch schneiden.
    Tzja. Dumm Gelaufen, wenn Kunde Konsument eben das meiste Zeug „by a click of a finger“ haben will.

    15. Februar 2012 um 20:22

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