Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Verlierer Burda will neue Spielregeln

Zitat Heise Online:

Der Verleger Hubert Burda (Bunte, Focus) hat neue Spielregeln für Suchmaschinen und soziale Netzwerke im Internet gefordert. Wie bei Telekommunikationsunternehmen, die für alle Anbieter gleichberechtigt die Infrastruktur für den Datenfluss im Netz zur Verfügung stellen müssen, sollte es etwa für Plattformen wie Google und Facebook auch eine „Netzneutralität“ geben […]

Google setze sich mit eigenen Angeboten oft an die Spitze der Suchergebnisse – zum Nachteil der Verlage. Die Inhalte-Lieferanten würden lediglich mit einem kleinen Anteil an den Google-Werbeerlösen beteiligt […]

Der Verlegerpräsident bekräftigte die Forderung der Print-Branche nach einem Leistungsschutz für Verlagsangebote im Netz. So wie etwa Programmierer ein Urheberrecht auf ihre Codes hätten, müsste es auch „ein Recht auf Content“ im Netz geben […] Er erwarte dazu ein Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Freitag auf dem Kongress sprechen soll.

Ganz kurzer Kurzkommentar

Ich fordere neue Spielregeln für Schach, Skat, Mensch-ärger-dich-Nicht und die ganzen anderen Spiele, bei denen ich immer verliere

Offener Brief an Hubert Burda

Werter Herr Burda!

Die Welt hat das Internet nicht gerade ihnen und ihresgleichen zu verdanken. Sie und ihresgleichen sind erst nachträglich auf diesen Zug aufgesprungen, als das Internet schon längst da war, weil sie sich davon etwas versprachen. Hätten sie sich vorher einmal angeschaut, was dieses Internet eigentlich ist, dann hätten sie vermutlich andere Entscheidungen getroffen und wären strategisch anders vorgegangen. Vielleicht sogar besser und gewinnbringender — für sie und für die Nutzer ihrer pseudojournalistischen Angebote.

Niemand, aber auch wirklich niemand, hat sie dazu gedrängt oder auch nur darum gebeten, dass sie ihre minderwertigen Presseprodukte als Reklameschleudern ins Internet stellen. Sie haben das selbst gemacht, Herr Burda. Weil sie es wollten. Und weil sie gierig waren und sich eine finanziell lukrative Zweitverwertung des industriell erstellten Contents versprachen.

Dass ihnen das Ergebnis dieser Bemühung nicht gefällt, überrascht mich nicht. Dass sie angesichts dieses aus ihrer Sicht unbefriedigenden Ergebnisses nach staatlichen Sondersubventionen und neuen, zusätzlichen Standesrechten schreien, überrascht mich ebensowenig. Es ist nichts Neues. Es ist genau dieses gleichermaßen dreiste wie durch Wiederholung langweilige Herrenmenschengehabe, dass sie und ihresgleichen bei einem großen Teil der Gestalter und Nutzer des Internet so unbeliebt macht.

Wenn ihnen, Herr Burda, Facebook nicht gefällt, zwingt sie niemand, dort zu sein — und wenn sie dort plakativ gehen und einen Beitrag zur allgemeinen Aufklärung über die Machenschaften dieses Datensammlers leisten, bekommen sie von mir sogar eine in ihrem Lob völlig ernst gemeinte Erwähnung.

Wenn Ihnen, Herr Burda, Google nicht gefällt, lassen sie ihren Administrator einfach eine Datei robots.txt im Wurzelverzeichnis ihrer Webpräsenzen anlegen und sagen sie Google darin, dass es nicht mehr indizieren soll. Google hält sich selbstverständlich an ihre Wünsche, und ihnen entstehen nicht einmal Kosten. Es ist ein Kinderspiel. Jeder Mitgestalter des Internet weiß, wie das geht, und es wird immer wieder gemacht.

Aber dass sie jetzt von der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland einfordern, dass diese öffentlich dafür eintreten soll, für sie und ihresgleichen absurde Sonderrechte zu schaffen, ist nur noch kindisch und wirkt… um es einmal in der dafür angemessenen Kindersprache zu sagen… doof.

So, und jetzt lesen sie einfach hier weiter. Viel Spaß beim Sterben in ihrer Doofheit! Sie können ja ein Integrations-Bambi mit ins Grab nehmen.

Der Nachtwächter
…der sich immer noch nicht vom Lachanfall erholt hat.

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