Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Fernsehen

Überraschung

Bitte nehmen Sie vor Ablauf der Sperrfristen auch keinen Kontakt mit einzelnen Städten auf. Es soll eine Überraschung bleiben.

Im öffentlich zugänglichen Internet publizierte Presseerklärung des Westdeutschen Rundfunks

Und um die Überraschung noch vollkommener zu machen, hat @WDR_Presse seine über das Web zugängliche Presseerklärung mit den total überraschten Städten auch noch getwittert! Platsch! Blindfisch!.


Wesensveränderung durch Computerspiel “Fifa”

Die Frage ist doch, verändert sich durch’s Daddeln nur die Virtuosität des Daumens, verändert sich der Hirnbereich, der den Daumen steuert, oder verändert sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens? Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel

Frank Plasberg in der gelenkten Gesprächszurschaustellung “Hart aber fair”, zitiert nach Stigma Computerspiele

Kein Kommentar

Denn alles, was zu dieser im öffentlich-schrecklichen Fernsehen, also in einem mit Zwangsgebühren bezahlten quasistaatlichen Medienapparat, so hinterfotzig aufgeführten Lüge (also bewusst und in Hinblick auf den manipulativen Effekt geäußerten Unwahrheit) zu sagen wäre, kann und sollte bei “Stigma Computerspiele” nachgelesen werden.


Der Datenklau, der Datenklau!

Privatbank Julius Bär bestätigt Diebstahl von Kundendaten
Schweizer Banker wegen Datenklau verhaftet

In der Schweiz ist ein Bankmitarbeiter unter dem Verdacht verhaftet worden, Datensätze an deutsche Steuerfahnder verkauft zu haben. Die Zürcher Privatbank Julius Bär bestätigte der Schweizer “Sonntagszeitung”, dass nach einem Fall von Datenklau ein mutmaßlicher Täter identifiziert worden sei [...]

Die Bank Julius Bär war damit bereits zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren Ziel eines Datendiebs [...]

Die Maßnahmen zielten darauf ab, Datendiebe zu enttarnen und die weitere Entwendung von Kundendaten so weit wie irgend möglich zu erschweren [...]

Tagesschau.de: Schweizer Banker wegen Datenklau verhaftet

Kommentar in Form eines Offenen Briefes

Werte Qualitätsjournalisten bei der ARD und andernorts,

um es euch nicht immer wieder schreiben zu müssen, was das Problem in der von euch verwendeten Nachrichtensprache ist, habe ich es heute in eine kleine, auch für gehetzte Pressetexter im Zeitdruck leicht zu erfassende Grafik zusammengefasst. Hier ist sie:

Komplizierte Themen für Journalisten erklärt: Diebstahl und Kopie

Und da ihr werten Journalisten vor lauter Kopieren von Agenturmeldungen in eure Systeme zum content management nur noch selten dazu kommt, etwas gründlich zu betrachten und auch darüber nachzudenken, noch eine wichtige Anmerkung nur für euch: Das heißt weder, dass Verstöße gegen das Urheberrecht legal sind, noch heißt es, dass der Handel mit Daten, die mit gutem Grund als schutzwürdig erachtet werden, eine unproblematische Sache wäre. Es heißt nur, dass die von euch werten Journalisten immer und immer wieder verwendete Diebstahlsmetapher in Sachen digitaler Daten zwei große Probleme hat, nämlich dass sie…

  1. …an der Natur der berichteten Vorgänge völlig vorbei geht, und dass sie
  2. …nicht im Geringsten dazu geeignet ist, beim Rezipienten eures pseudoobjektiven Nachrichtentones auch nur eine Spur von Verständnis und Bewusstsein für die Problematik der von euch berichteten Vorgänge zu schaffen, und zwar weder in Fragen des Urheberrechtes (bei der Verbreitung nicht-lizenzierter Werkkopien) noch in Fragen des Datenschutzes (beim Handel mit rechtswidrig abgegriffenen Bankdaten).

Am Ende der von euch durchgeführten täglichen Verdummung durch inadäquaten Sprachgebrauch stehen dann nicht nur eure eigenen vollumfänglichen Denkverzichte, sondern auch solche politischen Blindfische wie Siegfried Kauder (CDU), die nur auf der Grundlage ihres völligen Unverständnisses und ihrer mutmaßlichen Korruption durch finanzstarke Lobbyisten den rechtlichen Rahmen für die weitere Entwicklung der Gesellschaft in der BRD schaffen.

Wenn ihr meint, dass derartige Volksverdummungen die Aufgabe des Journalismus seien, geht bitte einfach sterben. Ansonsten verwendet sprachliche Bilder, die das Verständnis des Tagesgeschehens ermöglichen¹ und nicht verhindern!

Ach, apropos “sprachliche Bilder”:

In Züricher Bankerkreisen hieß es, die Schweizer Geldinstitute hätten ihre Kontrollmechanismen in letzter Zeit wegen des wiederholten Ankaufs von Steuer-CDs durch deutsche Behörden verschärft [...]

Glaubt ihr Journalisten eigentlich selbst, dass im Zeitalter der preiswerten Speichersticks und der ebenfalls preisgünstigen externen Festplatten das obsolete Medium CD-ROM wirklich von halbseidenen Datenhändlern verwendet wird, um massenhaft Kundendaten und Kontobewegungen zu bewegen und zu handeln? Auf so eine CD würde doch kaum etwas draufpassen, und zudem wäre dieses Medium langsam, störanfällig und empfindlich. Oder ist es nicht vielmehr so, dass nach dem Ende des Diskettenzeitalters die CD-ROM schlicht der kleinste für Laien glaubwürdige Datenträger ist; dass der Begriff “CD-ROM” also vor allem das Ausmaß des Datenhandels kleiner aussehen lässt? Von wem schreibt ihr bitte dieses ansonsten völlig schwachsinnige Wort ab? Von den PR-Spezialisten der Landesregierungen, die (vielleicht mit gutem Grund, ich werte das gar nicht weiter) gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, indem sie massenhaft Kontobewegungen anderer Menschen zu Fahndungszwecken einsehen? Dass ihr es euch selbst ausgedacht habt, kann ich mir nämlich nicht vorstellen. Für eine so perfide Form der Verschleierung fehlt euch Journalisten im Allgemeinen schlicht die Kompetenz.

Ach!

Euer euch immer wieder lesen und hören müssende
Nachtwächter

¹In diesem Fall ist das Wort vom “Diebstahl” gar nicht erforderlich, es geht um Datenhandel mit empfindlichen persönlichen Daten. Die Daten werden mutmaßlich durch Menschen gehandelt, die als Angestellte eines Bankhauses auf den Datenbestand Zugriff hatten und das Vertrauen ihres Arbeitgebers aus reiner Habgier missbrauchten. Solches Verhalten ist mit gutem Grund allgemein geächtet, wenn es durch die Motivation der Habgier angetrieben wird. Wenn es den Datenhändlern um eine gesellschaftlich not-wendige Aufklärung organisierter Steuerhinterziehung und nicht um ihre eigene Habgier gegangen wäre, wäre es für sie ein leichtes (und zudem sehr viel sicherer) gewesen, die Daten anonym bei einem Sharehoster abzulegen und ebenso anonym dafür zu sorgen, dass die Vorgänge in Presse und Internet die gewünschte Beachtung finden. Dass die Habgier dieser Datenhändler von Seiten einer Landesregierung der BRD mit hohen Geldzahlungen vergoldet wird, ist ein Vorgang, der ein grelles Schlaglicht auf die vollständige Amoralität des gegenwärtigen Politikbetriebes wirft. Die Konzentration auf den angeblichen “Diebstahl” von Daten lenkt von diesem eigentlichen Problem ab. Aber wen erzähle ich das? Journalisten in der BRD? Es ist eine Verschwendung von Kraft und Worten… wie jeder beim Blick in die Zeitung oder beim Anschauen einer Nachrichtensendung selbst bemerken kann.


Der IFA-Wiedergänger¹ 2012

Ein etwas längeres, realsatirisches Zitat aus Heise Online: Die Zukunft des Fernsehens, ein Artikel, der über die “Smart-TVs” auf der kommenden IFA berichtet:

Am Bedienkomfort müsse man arbeiten, sind sich alle einig. Volker Blume von Philips forderte darüber hinaus, dass sich die Smart-TVs an das Nutzerverhalten anpassen müssten — und nicht umgekehrt. So sollten Internet-Inhalte neben das laufende Programm eingeblendet werden. Davon hielt der ZDF-Produktionsdirektor natürlich wenig: Da TV-Programm müsse auch in Zukunft ungestört auf dem Schirm zu sehen sein, forderte er. Die abschließende Podiumsdiskussion gipfelte denn auch im Streit darum, wem eigentlich der Bildschirm “gehört”.

Und jetzt bitte einfach weiterlesen, was ich am 26. August des letzten Jahres unter dem Titel “Die Zukunft des Fernsehens” schrieb. Meine dort trotz gewisser Schwächen in der Hellsichtigkeit gegebene Aussage über den “IFA-Trend” des Jahres 2012 könnte sich also erfüllen.

Aber jetzt ist alles anders und besser! Immerhin ist jetzt von “Google-TV” die Rede, und nicht mehr wie 2005 vom “DSL-Fernsehen”. Und “das ZDF” stellt sich vermutlich ein Internet-Fernsehen mit Sendezeiten und alles erfüllendem Bilde vor, das man niemals durch wichtigere Tätigkeiten während seines Ablaufes unterbrechen soll oder will. Zusammen mit der “Rundfunkgebühr”, die nächstes Jahr zu einer Quasi-Kopfsteuer wird.

¹Wiedergänger: Gemäß altem Aberglauben sind dies Verstorbene, die als körperliche Erscheinung in die Welt der Lebenden zurückkehren, also Untote. In der Regel sind den Lebenden gegenüber übel gesinnt und wirken bei der Begegnung gruselig und unheimlich.


Zierckes Stasi-2.0-Propaganda “untragbarer Zustand”

Kurzkommentar

Die ausgesprochen dickfellige Art, in der Herr Ziercke darauf baut, dass die alten News über den so genannten “Nationalsozialistischen Untergrund” — der jetzt wohl auch “Zwickauer Terrorzelle” heißt, damit das Erinnern noch ein wenig schwerer fällt — durch acht Monate in die Aufmerksamkeit geströmte neue News vergessen gemacht wurden, ist zynisch und in ihrer politischen Instrumentalisierung eine miese Verachtung der Mordopfer und ihrer Freunde und Angehörigen, die einen tiefen Schatten auf den Eindruck der charakterlichen Eignung dieses Menschen für das von ihm ausgeübte Amt als Chef einer BRD-Polizeibehörde wirft.

Warum der von Herrn Ziercke postulierte “untragbare Zustand” der fehlenden Datenbestände aus einer anlasslosen Totalüberwachung der Kommunikation sämtlicher Menschen in der BRD — übrigens ganz sicher mit bewusstem Wissen auf Seiten Herrn Zierckes — keinerlei entscheidende Bedeutung für die Polizeiarbeit in dieser Mordserie hat, habe ich bereits am 17. November des letzten Jahres in der Dokumentation der gleichen menschenverachtenden Propaganda durch Beate Merk und Hans-Peter Uhl beschrieben. Dem Vergessen, auf das Herr Ziercke in gnadenloser Schamlosigkeit seine “Argumentation” aufbaut, sollte keine Chance gegeben werden — denn es machte auch ein tödliches und sich über elf Jahre erstreckendes Versagen bundesdeutscher Inlandsgeheimdienste und Kriminalpolizeien vergessen.

Die mit einer Zwangsabgabe finanzierten “Qualitätsjournalisten” vom Zweiten Deutschen Fernsehen scheinen keine Probleme mit diesem Vergessen zu haben.


Ganz neuer Medienknüpfeknoten

Wir verknüpfen Videotext mit Online

Eckart Gaddum, Leiter der Abteilung “Neue Medien” beim Zweiten Deutschen Fernsehen

Und platsch, schon ist er bei den Blindfischen.


Für die eigene Zerstörung eintreten

Berlin (ots) – Die ARD-Vorsitzende, Monika Piel [...] sowie ZDF-Intendant, Prof. Markus Schächter, fordern die Bundesregierung gemeinsam dazu auf, das ACTA-Abkommen zum Schutz vor Internetpiraterie ohne weitere Verzögerung wie bereits beschlossen zu unterzeichnen und mit größerem Nachdruck als bisher eine zukunftsorientierte Reform des Urheberrechtes sowie dessen Schutz im digitalen Zeitalter in Angriff zu nehmen. Hierzu zählt auch eine Verbesserung der urheberrechtlichen Rahmenbedingungen für legale Angebote.

Presseerklärung — ACTA-Abkommen: Deutsche Content Allianz fordert Bundesregierung zur konsistenten Positionierung zum Urheberrecht auf

Kurzkommentar

So so, ARD und ZDF stehen also in breiter Front zusammen mit der Contentindustrie im Kampf gegen die Menschen für die Rechte der Contentindustrie mit ein, und wenn die noch so klandestin und antidemokratisch im EU-Fischereiausschuss ausgemauschelt werden und zu einer Privatisierung und Verwillkürlichung der Rechtsdurchsetzung an so genanntem “geistigen Eigentum” führen. Damit ARD und ZDF auch weiterhin von dümmlich dreisten Sonderrechten benachteiligt werden und im Internet immer wieder einmal so aussehen:

Mit dem 01.09.2010 musste tagesschau.de rund 80 Prozent seiner Archivinhalte depublizieren

Dann “depubliziert” mal schön weiter und vertretet nicht einmal eure eigenen Interessen oder die Interessen eurer Zuschauer, sondern macht ganz deutlich, wie weit die Verbananung der Bundesrepublik schon gediehen ist!

Damit es auch jeder versteht.


Zwei Stunden für die Sicherheit im Internet

Safer Internet Day: Rat am Telefon -- Zum 'Safer Internet Day' am 7. Februar bietet die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) eine Hotline für Fragen rund um die Sicherheit im weltweiten Datennetz an. Experten der VZS beraten dann zu Themen wie Cybermobbing, Datenschutz in sozialen Netzwerken, Abofallen im Internet oder das Herunterladen von Filmen und Musik. Wie die VZS in Leipzig mitteilte, stehen die Experten zwischen 14 und 16 Uhr unter der Rufnummer 0180-2-556611 zur Verfügung. Der Anruf kostet aus dem deutschen Festnetz sechs Cent, Anrufe aus Mobilfunknetzen können teurer sein.

ARD-Videotext, Seite 542, Stand 5. Februar 2012, 2:30 Uhr

Kurzkommentar

Zwei Stunden Beratungsangebot an einem Tag des Jahres für das ganze Land Sachsen — diese Aufklärungsoffensive wird bestimmt einen Riesensprung für ein sichereres Internet bringen. Zumal die Themenbereiche dermaßen breit gestreut sind, dass richtige Sicherheitsfragen hinter den hunderttausendfach durchgezogenen Abofallen-Betrügereien (die es übrigens nur in der Bundesrepublik Deutschland gibt) und den besorgten Fragen zun den Gefahren von Urheberrechtsverstößen zurücktreten werden. Das wird das Internet sicherer machen! Genau so, wie ein reingeworfener Schneeball die Sonne abkühlt!

Eine kleine Sondererwähnung bekommt die ARD-Videotext-Redaktion für das tolle Wort “weltweites Datennetz” im oben erwähnten Artikel — es erinnert schon von seinem Klang her an diese staubdeutschen Behördenbriefe des Jahres 2012, in denen immer noch gedruckt steht, wann und unter welcher “Rufnummer” man den zuständigen Mitarbeiter der Behörde “fernmündlich” erreichen kann. Vermutlich saß bei der ARD ein etwas betagterer Mensch in der Schreibstube. :D


Einfach übersehen: Die einfache Möglichkeit

Blogger Doctorow verwies auf die in Web-Browsern integrierte Option zum Blockieren von lästiger Werbung über dem Text, die zum Niedergang dieser Werbeform geführt habe: “So eine einfache Möglichkeit müsste es auch gegen die Daten geben, die Webseiten-Betreiber über uns speichern.”

tagesschau.de: Google will reden, aber nichts sagen

Kommentar

Ich weiß ja nicht, welche Browser der vom quasistaatlichen Fernsehen der Bundesrepublik beim Berichten über eine Google-Reklameveranstaltung zitierte Blogger in den letzten zehn Jahren benutzt hat. Ich kann also nicht ausschließen, dass der hier zitierte Blogger immer noch mit dem Internet Explorer 6 oder dem Netscape Navigator 4.51 unterwegs ist, auch wenn dies zu einer ziemlich unbefriedigenden Internet-Erfahrung führt.

Wer hingegen einen halbwegs zeitgemäßen Browser benutzt, kann angesichts dieses Zitates nur mit dem Kopf schütteln. Die gegenwärtigen Vorgehensweisen der großen Tracker und Datensammler funktionieren entweder über Skripting oder über Seiteneffekte von Plugins. In Form des beliebten Plugins NoScript steht seit gut fünf Jahren eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, die derartiges Tracking unterbindet, es aber aus Nutzersicht sehr einfach macht, für bestimmte Sites Ausnahmen zu definieren. Es ist für jemanden, der wirklich an seiner Privatsphäre interessiert ist, schon sehr schwierig, davon noch nichts gehört zu haben. Offensichtlich ist eine derartige Blindheit gegenüber technischen Entwicklungen aber kein Hindernis, wenn man auf einer Reklameveranstaltung des großen Werbevermarkters und Datensammlers Google spricht — auch wenn einfaches Googeln hier schnelle Abhilfe schafft. Die Verwendung ist genau so einfach wie die Benutzung eines guten Adblockers.

Eine weitere Möglichkeit, Tracking über Site-Grenzen hinweg zu machen, besteht in der Ablage von Cookies durch eingebundene Inhalte (so genannte Webbugs). Es kann in jedem mir bekannten Browser eingestellt werden, dass Cookies nur von der aufgerufenen Site akzeptiert werden sollen. Die Frage, warum diese einfache Maßnahme nicht eine Standardeinstellung aller Browser ist, klärt sich am schnellsten, wenn man schaut, welche Konzerne an der Entwicklung freier Browser beteiligt sind und naturgemäß kein so großes Interesse am Schutz der Privatsphäre der Surfer haben.

Ebenfalls schon seit Jahren gibt es den “Nischenbrowser” Opera. Dieser ermöglicht ohne jedes Plugin das globale Abschalten diverser Features (unter anderem Plugins, JavaScript, Cookies) und das explizite Zulassen der Features in jeweils Site-spezifischen Einstellungen. Das ist zwar aus Nutzersicht umständlich, aber ebenfalls wirksam.

Aber dass die ARD-Tagesschau, wenn sie über Googles Reklame berichtet über die Dinge aufklärt, die in Googles Reklame aus Eigeninteresse verschwiegen werden, wäre ja zu viel verlangt.


WISO? Weshalb? Warum?

WISO? Weshalb? Warum?
Was das Zweite sagt, macht dumm.

So sah heute morgen um 10:50 Uhr das Video der ZDF-WISO-Dokumentation “Die Bank gewinnt immer”, das von jemanden auf YouTube hochgeladen wurde, aus*:

Dieser Content ist in deinem Land nicht verfügbar, da er aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt wurde. Das tut uns leid.

Ein Hauch von China mitten in der so freiheitlichen BRD zog durchs Internet — welche Regierungsstelle der Bundesrepublik kann mit welchem Recht Anfragen auf Entfernung von Inhalten bei YouTube stellen? Es ist hier ausdrücklich nicht vom Urheberrecht die Rede, wie es der Fall wäre, wenn das ZDF um Entfernung nachgefragt hätte.

Der Text scheint klar und deutlich. Vielleicht ein bisschen zu klar und deutlich, um in die Fassade der Bundesrepublik zu passen. Das quasistaatliche Zweite Deutsche Fernsehen sah sich auch prompt zu einer Stellungnahme genötigt, als sich über diverse Internetkanäle der Hinweis ausbreitete, dass es in der Bundesrepublik offenbar staatliche Stellen gäbe, die auf die Löschung von YouTube-Videos hinwirken können. Allerdings fiel dem Zweiten Deutschen Fernsehen nichts anderes ein…

Betreff: Verschwörungstheorien zur WISO-Doku “Die Bank gewinnt immer”

Hintergrund: Der Youtube-User “infopointaudimax” hatte anscheinend die Dokumentation – ohne Wissen des ZDFs – auf Youtube gestellt. Dieses Video wurde von Youtube entfernt und mit der Information versehen “Dieser Content ist in deinem Land nicht verfügbar, da er aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt wurde.” Diese Betextung führt zur aktuellen Verwirrung. Warum das Video genau entfernt wurde, ist uns bisher nicht bekannt. Auch von einer “Regierungsanfrage” wissen wir nichts. Wir versuchen das bei Google/Youtube zu klären.

…als pauschal von einer “Verschwörungstheorie” zu sprechen, wenn Menschen in diesem Text das gelesen haben, was in diesem Text stand — und dies wohlgemerkt und nach eigenen Angaben, ohne selbst irgend etwas Konkretes zu diesem Thema sagen zu können.

Merke: Wer im Internet lesen kann, ist ein Verschwörungstheoretiker. Das wird einfach und ohne Grundlage mit der Deutungshoheit einer angesehenen Rundfunkanstalt behauptet.

Die anschließende Kommunikation mit Google und YouTube scheint jedoch einen gewissen Erfolg gebracht zu haben. Nein, nicht so, dass das ZDF oder irgendjemand anders den Hintergrund beleuchten könnte, aber der vorhin noch so deutliche und leicht verständliche Text wurde ungefähr um 14:00 Uhr gegen einen anderen Text ausgetauscht:

This content is not available in your country due to a legal complaint

Mir als jemanden, der im Internet lesen kann — in ZDF-Sprech ist das ein “Verschwörungstheoretiker” — bleibt da nur eine Frage unverdrängbar im Kopfe: Warum hat YouTube eine fertige deutsche Übersetzung für einen sehr speziellen Text fertig, der auf einen erfüllten staatlichen Zensurwunsch hinweist, und warum steht der viel allgemeinere und in der Anwendung gewiss häufigere Textbaustein, dass es eine “rechtliche Beanstandung” gäbe, noch nicht in deutscher Sprache zur Verfügung?

Wenn ich diese Frage beantworte, werde ich allerdings wirklich zum Verschwörungstheoretiker… ;)

*Screenshot vom oben verlinkten Kraftfuttermischwerk mitgenommen, da ich zu diesem Zeitpunkt keinen “richtigen” Computer zur Verfügung hatte…


Vier Jahre Haft wegen Facebook

Wegen ihrer Facebook-Seite gehen sie ins Gefängnis. Und nicht etwa wegen der versuchten Organisation eines schweren Landfriedensbruchs¹, der übrigens auch auf klassischen Flugzetteln strafbar gewesen wäre. Und den es vor dem Internet als preisgünstigen Massenmedium zur Kommunikation auch immer wieder einmal auf klassischen Flugzetteln gab.

Nein, wegen Facebook.

Direktlink auf YouTube

¹Ich weiß nicht, ob es diesen Straftatbestand auch in Großbritannien gibt, aber es gibt dort gewiss einen damit vergleichbaren.


Dafür nimmt man kein iPhone

Screenshot tagesschau.de: Unruhestifter verabreden sich per Blackberry... Seit drei Tagen halten Krawalle London bereits in Atem. Randalierer legen Feuer und plündern. In welchem Stadtteil zugeschlagen wird, ist für die Polizei völlig unberechenbar - das Netz der Krawallmacher ist schwer zu überwachen. Premie Cameron kündigte ein hartes Durchgreifen an.

Tja, quasistaatliche Tagesschau (und natürlich auch der ganze Rest der stinkenden Journaille), ansonsten sprichst du ja viel lieber ganz explizit unter Markennennung von diesen tollen iPhones mit diesem Apfel darauf, wenn von mobilen Endgeräten mit vielen Möglichkeiten die Rede sein soll — vermutlich, weil dafür im Hintergrund jede Menge Geld und anderes Kompromat fließt. Nur in diesem Fall wäre das halt kontraproduktiv für die schleichwerbende Absicht; das ist nicht so fingerbildschiebend hipp und flutschebunt lustvoll entmündigend, das ist brennende Verzweiflung von Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben und doch schon jede Zukunft längst hinter sich. Klar, dass für diese Meldung ein anderer Markenname herhalten muss, sonst hört die Apfelfirma noch mit ihren Zuwendungen auf!

Und zu allem Überfluss ist die Aussage vom “schwer zu überwachenden Netz” falsch. Der Blackberry-Hersteller RIM kann die den Blackberry Internet Service ausgetauschte (angeblich verschlüsselte) Kommunikation ohne Mühe mitlesen und liefert sie frei Haus, im vorauseilendem Gehorsam, ohne einen Gerichtsbeschluss oder etwas Ähnliches an die Ermittler. Die Kommunikation über Blackberries kann also ohne jeden Aufwand vollständig überwacht werden. Warum die reichweitenstarke Tagesschau des quasistaatlichen Fernsehens ARD wohl so eine mutmaßlich bewusste Falschinformation unter die Leute streut? Und ob der Glaube an so eine Falschinformation wohl auch sehr praktisch für die deutschen Polizeien wäre, wenn auch in der Bundesrepublik Deutschland einmal das immer häufigere Leben ohne Zukunft den Gelegenheit der Gegenwart ergreift? Man kann schon komische Sachen denken, wenn mans mit dem Bullshit der Tagesschau zu tun bekommt.

[via]


Der Grund für die Arschlochhaftigkeit der Politik ist das Netz

Die unüberlegte Uhl-Äußerung ist nur EIN Beispiel dafür, was schief läuft in der Debatte. Der Netzprotest hat sich längst ritualisiert: Ein Politiker sagt etwas internetahnungsloses und schon geht’s los: Anstatt den Ahnungslosen beiseite zu nehmen und ihm zu erklären, warum sein toller Vorschlag untauglich ist, beginnt der öffentliche Spott der Netzaktivisten.

Dabei wird häufig übersehen, dass ein derart Verspotteter selten eingeräumt hat, dass er im Unrecht ist. Im Gegenteil: Er sieht sich in seinen verqueren Argumenten bestätigt wie: “Im Internet wohnen nur Terroristen, die auf Randale aus sind”, “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein”, usw. Ein Teufelskreis.

Daniel Bröckerhoff auf der Website des ZDF

Kommentar

Es ist für den Außenstehenden immer schwierig, Mut von Dummheit zu unterscheiden.

Deshalb ist auch nicht klar, ob diese lustige Stellungnahme auf der Website eines Senders des bundesdeutschen Staatsrundfunks besonders mutig oder besonders dumm ist. Sie ist jedoch in jedem Fall bemerkenswert, denn sie wurde nur wenige Tage nach der Aufhebung des Internetzensurgesetzes aus der Feder einer Frau Ursula von der Leyen in die Tasten getippselt.

Niemals zuvor — und seitdem auch nicht wieder — haben Menschen, die das Internet nutzen und gestalten, eine derart breite Aktivität innerhalb ihres politischen Handlungsspielraumes entwickelt, wie im Vorfeld dieses Gesetzgebungsverfahrens. Es gab die teilnehmerreichste Petition in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ziel, dieses Gesetz zu verhindern. Es kam zu vielen Kommunikationsversuchen, in denen die Bundestagabgeordneten auf die Fehler in den Annahmen und bewussten Lügen einer Frau von der Leyen hingewiesen wurden; in denen die technischen Probleme einer Durchführung erläutert wurden; in denen die grundsätzliche politische Problematik einer nicht weiter kontrollierten Zensurinfrastruktur thematisiert wurden. Viele Menschen haben nicht nur eine Frau von der Leyen verspottet, die bei ihren schamlosen Lügenreden wie Dr. Joseph Goebbels in seinen besten Zeiten auftrat, sondern sich die Finger wundgetippt und den Mund fusselig gequasselt, um mit den Mitgliedern der classe politique der BRD zu kommunizieren und diesen Unsinn zu verhindern.

Das Ergebnis dieser bislang einmaligen Bemühungen ist bekannt.

Dieses Ergebnis wird hoffentlich der Grund dafür, dass derartige Bemühungen auch in Zukunft einmalig bleiben. Die Mitglieder der classe politique sind weder fähig noch willens, über ihre Entscheidungen gemeinsam mit anderen Menschen zu reflektieren, und dies selbst dann, wenn sie erstens nicht einmal eine Spur Sachverstand haben und zweitens klar erkennen müssten, dass die von ihnen gefassten Entscheidungen drohen, den Grundrechtekanon in den ersten 19 Artikel des Grundgesetzes auszuhöhlen.

Das Gespräch ist sinnlos, denn es erfordert einen Gesprächspartner. Es ist eine Verschwendung von Zeit und Kraft. Man könnte ganau so gut mit einer Wand sprechen, bis man keine Kraft mehr hat, aus den begrenzten Möglichkeiten seines Lebens etwas besseres zu machen.

Diese so genannten “Volksvertreter” benötigen kein Gespräch, sondern eine möglichst schnelle und reibungslose Entfernung aus ihren Ämtern. Wenn dies ohne Blutvergießen geht, ist viel gewonnen. Wenn es nicht ohne geht, ists aber angesichts dieses Packs auch kein so großer Verlust.

Dafür freilich, für das Entfernen dieser schamlosen Arschlöcher aus ihren Ämtern, dafür siehts nicht gut aus. Jene Frau von der Leyen, die dieses leyenhafte Stück Gesetzgebung unter Erbringung großen und menschenverachtenden Populismus in die Wege geleitet hat, ist immer noch Ministerin.

Der Spott ist da das letzte, was sich Menschen nehmen lassen, denn er ist die Waffe des Ohnmächtigen, der dem Treiben der Mächtigen hilflos ausgeliefert ist.

Und schon gar nicht lassen sich Menschen den Spott nehmen, wenn jemand in einer entweder sehr mutigen oder aber in einer sehr dummen Weise zur sinn- und grenzenlosen Kraftverschwendung an die politische Parallelgesellschaft auffordert… und zwar ausgerechnet auf der Website eines Senders des bundesdeutschen Staatsfernsehens.

Der Schriftleiter.


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