Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Die größten Feinde der Elche waren früher selber welche

Zitat tagesschau.de, Meldung vom 27. September 2011, 13:21 Uhr:

Als Maßnahme gegen Urheberrechtsverletzungen hat der CDU-Politiker Siegfried Kauder einen Gesetzentwurf angekündigt, der Internetnutzer bei wiederholten Coypright-Verstößen für eine befristete Zeit den Netzzugang sperren kann [...]

“Ich denke da an drei Wochen”, sagte Kauder “Spiegel Online”.

Kein Kommentar nötig…

…sondern “nur” ein Link auf den offenen Brief an den werten Herrn Kauder auf piratig.de, denn dieser ist offenbarend — genau so, wie es offenbarend ist, dass Herr Kauder zwar nicht auf derartige Anwürfe eingeht (er könnte ja durchaus Lizenzen gehabt haben), sondern schnell noch von der Möglichkeit Gebrauch macht, die Spuren seiner eigenen mutmaßlichen Urheberrechtsverletzungen von seiner Website zu entfernen. Da zeigt jemand überdeutlich, wie sehr er charakterlich dazu geeignet ist, dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages vorzusitzen.

Weitere Quelle: Telepolis.

Nachtrag

Wenn der werte Herr Kauder wirklich — so wie bei Heise Online wörtlich zitiert, gesagt hat…

[...] dass die Urheberrechte an den beiden Fotos inzwischen mir zustehen.

…denn ist noch ein bisschen offenbarer geworden, dass dieser Mensch von seiner Qualifikation her nichts im Rechtsausschuss zu suchen hat. Er ist ganz offenbar nicht dazu imstande, die (nicht übertragbaren) Urheberrechte mit vom Urheber eingeräumten Nutzungsrechten auseinanderzuhalten. Dass ein Mensch, der so offensichtlich unbeleckt von jeder Sachkenntnis ist, abstruse Forderungen zum Schutz des Urheberrechts einzuführen gedacht hat, könnte sich ein Satiriker nicht besser ausdenken.

Nachtrag Zwei

Oh, der Herr Abgeordnete und Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages ist ein Wohltäter. Na, das hat er bislang aber so erfolgreich verborgen, dass es gar nicht auffallen konnte. Und deshalb will es auch jetzt nicht überzeugen.

Was geschähe wohl mit einem “normalen” Menschen (also Nicht-Politiker mit Bundestagsmandat), der ein Rechtsverständnis wie Siegfried Kauder – der übrigens Jurist ist – an den Tag legte und so vorginge: Filme aus der Piratenbucht besorgen. Diese als attraktiven Inhalt in die eigene Website verbauen, damit auch ein paar Besucher vorbeikommen, die wegen der “richtigen” Inhalte eher nicht gekommen wären. Wenn man dabei irgendwann erwischt wird, einfach sagen, dass man jetzt die DVD gekauft hat (auch wenn das nicht stimmt) und behaupten, dass man damit auch das Urheberrecht an diesem Film hat. Anschließend sagen, dass man das mit dem Kauf der DVD aus völlig selbstlosen Motiven gemacht hat. Einfach nur, um den Filmemacher aus der Schusslinie zu nehmen.

Einer, der so tickt und handelt und redet, ist Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages und möchte Internetzugänge mit einer eigenwilligen Sondergesetzgebung willkürlich abschalten können, wenn wiederholte Urheberrechtsverletzungen von Providern behauptet werden. Die umfassende und unregulierte Überwachung der Nutzer durch die Provider ist in dieser Idee gleich inbegriffen, da dieser lupenreine Ochlokrat offenbar — wenigstens, wenn es andere Menschen als ihn selbst betrifft — das Urheberrecht für ein Gesetz hält, das noch über den ersten 19 Artikeln des Grundgesetzes steht.

Angesichts der unfassbaren Realitätsverluste des Herrn Siegfried Kauder ist nicht davon auszugehen, dass er selbst bemerken wird, dass er für den Vorsitz des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages und auch nur für die einfache Mitarbeit in diesem Ausschusse fachlich und charakterlich völlig ungeeignet ist und aus solcher Einsicht die erforderlichen persönlichen Konsequenzen ziehen wird. Von daher kann ich den Rest des Deutschen Bundestages nur nahelegen, diese offensichtliche Fehlbesetzung — die übrigens ein schäbigen, schändlichen, würdelosen Eindruck vom Kern des Gesetzgebungsverfahrens in der Bundesrepublik erweckt und somit geeignet ist, die Reputation des Verfassungsorganes Volksvertretung in den Schmutz zu ziehen — so schnell wie möglich zu korrigieren.

Dabei könnte das etwas ältere, aber keineswegs kleinere Problem namens Sebastian Edathy auch gleich behandelt werden.

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